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Events

Über Marc Lang

Letzte News

04/11/2013, 11:32
neuer-weltrekord-im-aeltesten-schachklub-der-weltAm Sonntag, den 03.11.2013 war ich auf Einladung der Schachgesellschaft Zürich, dem mit Abstand ältesten Schachklub der Welt, als Blindsimultanspieler zu...
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01/11/2013, 11:09
Live-Übertragung direkt aus dem Zunfthaus zur Saffran in Zürich. Beginn: 3.11.2013, 14 Uhr
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01/11/2013, 11:07
Zunächst einmal wünsche ich Euch allen einen guten Morgen. Jaja, ich weiß schon, es ist bereits halb 11 und somit streng genommen höchstens noch ein...
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In den Mühlen der Räuber in (bayrisch) Sibirien

Irgendjemand (war ich es am Ende selbst?) hat einmal den Satz geprägt, dass Schachspieler eigentlich nichts richtig machen können, vor allem dann nicht, wenn es um den Außenauftritt ihres Vereins oder um die Pflege ihres Images geht. Bestes Beispiel dafür sind die vielerorts dahingammelnden Homepages, die Spiellokale mit den tischdeckenlosen, maroden Tischen in düsteren Hinterzimmern oder die offiziellen Verbandsturniere, deren Ergebnisse selbst Wochen nach Beendigung der Veranstaltung noch strengster Geheimhaltung unterliegen. "Schlunz" hat dies einmal ein kluger Kopf, dessen Namen ich leider vergessen habe, in einem Interview mit der Zeitschrift "SCHACH" vor einigen Jahren genannt: Die völlige Gleichgültigkeit gegenüber der Außenwirkung einer optisch verwahrlosten Veranstaltung.

Schon die Begrüßung war stilvoll: Tisch am EingangAusnahmen aber gibt es nach wie vor, und als ich am vergangenen Samstag erstmals die Räume des AWO in der rund 3000 Seelen zählenden Gemeinde Marktleuthen betrat, durchfuhr mich sogleich der Gedanke: "Ja bin ich hier denn in Sontheim im Himmel?" Denn anstelle der gewohnten Hinterzimmer mit Kantinencharme begrüßte mich zunächst einmal ein liebevoll dekorierter Tisch mit thematischer Tischdecke und direkt im Anschluss daran ein Turniersaal, bei dem es mir dann vollends die Sprache verschlug: Dort standen zwei lange Tischreihen mit ausgeklügeltem Sichtschutz schräg gegenüber von einem Einzeltisch mit bequemem Korbsessel, eine Bühne mit überlebensgroßen Schachfiguren und großem Sponsorenbanner, weiter hinten im Raum dann mehrere Stellwände mit Informationen zu mir, zum Schachspiel im allgemeinen und zum Blindschach im besonderen, zum Schachklub Marktleuthen und ganz bestimmt auch irgendwo noch zum Sinn des Lebens. In einem angrenzenden Nebenraum gab es neben den üblichen Schachbrettern eine große Leinwand, auf der die Partien live für die Kiebitze übertragen wurden, einen extra Tisch mit allen möglichen anderen Spielen mit Schachbezug und sogar an jedem Brett noch eine Schale mit Süßigkeiten für den kleinen Heißhunger zwischendurch.

Perfekt bis ins kleinste Detail: Das Scoreboard sogar mit Fotos der SpielerAber auch im Turniersaal spiegelte sich die faszinierende Liebe der Veranstalter zum Detail überall wider. So standen auf vielen Tischen kleine Fähnchen mit Schachbrettmuster, auf dem Scoreboard mit den Paarungen hing neben dem Namen jedes meiner Gegner auch ein kleines Foto von ihm mit dabei, neben das Mühlebrett war ein Koordinatensystem für die Notation gelegt, an einem extra Tisch stand eine eigens für diesen Anlass beschaffte, oktoberfesttaugliche Kaffeemaschine (die, fast möchte ich sagen: natürlich! köstlichen Kaffee machte, nicht diese schreckliche Filterbrühe, die man sonst überall bekommt)...kurzum: Die Organisation setzte Maßstäbe, die ich sonst nur aus Sontheim kenne und die mir komplett die Sprache verschlagen haben. Sollte der DSB jemals erwägen, ein Seminar zum Thema Turnierorganisation abzuhalten, würde ich ihm dringend empfehlen, die "Macher" vom Schachklub Marktleuthen als Referenten einzuladen. Denn: Besser geht es wirklich nicht mehr. Und die Dekoration allein war ja noch lange nicht alles. Aber dazu später mehr.

Japs. Wenn man bedenkt, dass ich diesen Bericht mit einem Abstand von mehreren Tagen schreibe und immer noch total begeistert bin, dann könnt Ihr Euch in etwa vorstellen, wie ich mich während des Events gefühlt habe. Insofern war mein Angebot, im nächsten Jahr wiederzukommen, eigentlich kein richtiges Angebot. Es war eher als eine Bitte zu verstehen, für die ich eigentlich Geld bezahlen müsste.

Sodele, nach so viel berechtigtem Lob nun zum eigentlichen Event an sich. Und das hatte es ja auch schon in sich, denn es stand kein "normales" Blindsimultan an, zumindest kein vollständig normales. Denn ich spielte zwar an insgesamt 7 Brettern tatsächlich "gewöhnliches" Blindschach, aber dann folgten an den Tischen 8-11 zunächst ein Brett mit Räuberschach, dann zwei Bretter, an denen ein Tandemduell ausgetragen wurde und schließlich sogar ein weiteres Brett, an dem ich mich blind im Mühlespiel messen wollte. Diese "Spezielbretter" und insbesondere das Mühlebrett sind ein erster Versuch im Hinblick auf eine so allmählich in meinem Hinterkopf keimenden Idee, vielleicht eines Tages einmal ein großes Blindevent mit wesentlich mehr unterschiedlichen Spielen auszutragen. Schach und Schachvarianten, Mühle, Dame, Backgammon, vielleicht Reversi, ein Kartenspiel...was auch immer. Jedoch zeigten erste Tests im Vorfeld, dass zwar Tandem und Räuberschach durchaus machbar sein würden, die Mühlepartie dagegen eher zu einer kritischen Angelegenheit geraten könnte. Und genau so kam es auch.

Als schließlich die DGT-Bretter und die Übertragung ins Nebenzimmer stand und alle Begrüßungsreden gehalten waren, feuerte ich an Brett 1 gegen den jungen Johannes Bienfang mit 1.e4 schließlich den Startschuss ab. Ich fühlte mich gut, der Kaffee war lecker, die Atmosphäre prima - alles sprach für einen perfekten Nachmittag. Ein Eröffnungskonzept hatte ich auf der rund dreistündigen Hinfahrt ausgeklügelt (naja, wenn man das so nennen kann); es sah vor, die Bretter 1-3 eher "linksbündig", die Bretter 5-7 "rechtsbündig" und das Brett 4 dann konsequenterweise "mittig" anzulegen. Das hieß dann beispielsweise an Brett 1, wo ich mit 1.e4 eröffnete, dass zunächst "etwas" am Damenflügel passieren sollte: Ein Läuferzug dorthin, ein c-Bauernzug, etwas in der Art. Entsprechend hießen die Eröffnungen an diesen Brettern dann auch Spanisch (1 & 3) und Königsindisch (2). An 5-7 war es genau andersherum: Dort spielte ich Nimzo-Indisch mit 4.f3 (ein Bauernzug "rechts"), Sizilianisch mit 3.f4 und orthodoxes Damengambit (mit Lg5, einem Läuferzug in die rechte Hälfte des Brettes). Solche kleinen "Merkhilfen" können gerade in der Anfangsphase, wenn sich die Bretter noch nicht im Langzeitgedächtnis "gesetzt" haben, von großer Bedeutung sein, denn mit ihnen kann man zumindest ungefähr rekonstruieren, was an dem Brett bisher geschehen sein muss, falls man mal für einen Moment den Spielverlauf aus den Augen verloren hat.

Für die Spezialbretter dagegen hatte ich mir keine Taktik zurecht legen können - Räuberschach und Tandem hatte ich das letzte Mal semi-ernsthaft vor gut 20 Jahren gespielt und was Mühle angeht, so komme ich bestenfalls auf insgesamt 50 Partien, von denen mindestens 40 im Alter von vielleicht 10-12 Jahren gespielt wurden. Insofern war mein "Fahrplan" eher bescheiden: 1,5 Punkte an den "Anomalien" und keine Niederlage an den restlichen Brettern. Immerhin eines dieser Ziele konnte ich erreichen....

Dass es nicht das erstgenannte sein wurde, zeichnete sich jedoch schon bald ab. Am Mühlebrett verlor ich relativ zügig die Übersicht und fand sie im weiteren Partieverlauf auch nicht wieder. Zwar erreichte ich die Setzphase in einer wohl ausgeglichenen Stellung (die eigens im Vorfeld angeschaffte Mühle-Tablebase zeigt bis Zug 14 noch Remis an), aber ich hatte erhebliche Mühe, die Übersicht zu behalten und am Ende froh, überhaupt noch mögliche Züge zu machen. Schließlich erlaubte ich meinem sehr souverän spielenden Gegner eine zweite Mühle und gab auf - mit einer gewissen Erleichterung, wenn ich ehrlich sein soll.
Damit geriet ich nicht nur erstmals überhaupt bei einem Blindsimultan in Rückstand, sondern noch dazu in einen mit 2 Punkten Abstand, denn kurz zuvor hatte ich auch das Räuberschachbrett aufgeben müssen. In einer leicht besseren Stellung (zumindest laut dem Räuberschachmodul von Fritz12) setzte ich auf e3 einen gegnerischen Bauern ein, der dort aber gar nicht stand, und geriet dadurch in den beim Räuberschach gefürchteten "Opferstrudel": Der Gegner stellt eine Figur nach der anderen zum Schlagen hin und man ist bis zum Ende gezwungen, sich durchzufressen. Nach zwei relativ ereignislosen Remisen an den Brettern 4 und 7 stand es damit 1:3 aus meiner Sicht und so allmählich kamen mir Zweifel, ob ich überhaupt noch ein Unentschieden erreichen würde.

Immerhin gelang mir kurz darauf der erste volle Zähler. Gegen den erst 11 Jahre alten Johannes Bienfang konnte ich früh materiell in Vorteil kommen und behielt dieses Mehrholz bis zum Ende, als sein König in eiin Mattnetz lief.

Ach ja, noch vor diesem ersten Erfolgserlebnis unterbrachen wir vereinbarungsgemäß das Blindsimultan für eine kurze Showeinlage: Eine Blind-Blitzpartie gegen den Marktleuthener Helmut Küspert. Gespielt wurde mit 5 Minuten plus 5 Sekunden pro Zug per Ansage, also quasi fernmündlicher Übertragung. Die Eröffnung lief gut, das Mittelspiel auch, doch in beginnender Zeitnot übersah ich einen kleinen taktischen Kniff, der mich zunächst einen Bauern und dann eine Figur kostete, weshalb ich das Handtuch warf. So allmählich wollte mir das gar nicht mehr schmecken: Es war ja schön, in so einem tollen Ambiente anzutreten, aber jetzt war es dann mal gut mit den Gastgeschenken! Als wir das Blindsimultan nach diesem kleinen Showevent fortsetzten, schwor ich mir, ab sofort keine Partie mehr zu verlieren.

Vielleicht sollte ich öfter zu solchen Schwurorgien ansetzen, denn obwohl ich in der Folge noch den einen oder anderen bangen Moment zu überstehen hatte, klappte es tatsächlich. Nach einem weiteren Remis gegen den heroisch kämpfenden André Hilfert, dessen hübsche Partnerin eine Vielzahl fast ebenso hübscher Fotos von dem Event machte, gelang mir zunächst ein für beide Seiten überraschendes "Blitzmatt" gegen Manfred Rahn an Brett 3 und schließlich, nach einem Remis an den Tandembrettern in einer unübersichtlichen, doch insgesamt wohl ausgeglichenen Position, meine wohl beste Partie des Simultans gegen den jungen Christian Strahl:


Damit ging ich erstmals mit 5:4 in Führung und hatte bei nur noch einer laufenden Partie das Unentschieden schon in der Tasche, allerdings stand ich in der letzten Begegnung gegen Karl-Johan Laustsen mit einem glatten Mehrbauern im Endspiel risikolos und technisch anspruchslos auf Gewinn, dass Laustsen bald darauf zum 6:4 Endstand aufgab. Damit endete das wohl schönste Blindsimultan meiner bisherigen "Karriere", das zugleich auch mit fast 9 Stunden eines meiner längsten und anstrengendsten wurde - was sicherlich auch an den Spezialbrettern lag, aber nicht zuletzt auch am heroischen Widerstand der Marktleuthener Spieler.

Selbst der Sekt war etwas besonderesAber wer dachte, dass es damit zu Ende gewesen wäre, hatte die Rechnung ohne die unglaublichen Organisatoren rund um Chef-Designer Stefan Nürnberger gemacht. Obwohl es schon auf 22 Uhr zuging, war für das "Après Èchecs" noch ein gemütliches Beisammensein in einem nahegelegenen Lokal vorbereitet, dessen Höhepunkt ein "Wer wird (Schach-) Millionär" mit mir selbst auf dem Kandidatenstuhl war. Nach 15 teilweise recht kniffligen Fragen (hättet Ihr gewusst, wie lange eine Schachpartie theoretisch maximal dauern kann? Ich gebe Euch mal eine Auswahl: a) 6202 Züge, b) 5898 Züge, c) 6632 Züge oder d 8855 Züge? Oder: Mit welcher Figur setzte Anderssen Kiseritzky in der weltberühmten "Unsterblichen Partie" matt? Springer, Läufer, Dame oder Turm?) durfte ich mich über den Hauptgewinn einer Sektflasche mit beigehefteten Süßigkeiten freuen. Muss ich noch erwähnen, dass selbst die Sektflasche keine gewöhnliche war? Vermutlich nicht. Aber seht einfach selbst.

Als ich schließlich am nächsten Morgen die Heimreise antrat, hatte ich das Gefühl, nicht nur ein tolles Wochenende erlebt, sondern auch eine Menge neuer Freunde hinzugewonnen zu haben. Plus die Erkenntnis, dass Schachspieler eben doch nicht nichts richtig machen können. Sie können wunderbare Veranstaltungen ins Leben rufen und damit etwas schaffen, was wesentlich nachhaltiger ist als das bestdotierteste Open auszurichten oder den stärksten GM als für das Spitzenbrett zu verpflichten: Eine wunderschöne Erinnerung. Meinen herzlichen und aufrichtigen Dank daher noch einmal an dieser Stelle an den gesamten FC Marktleuthen. Nächstes Jahr würde ich sehr gerne für eine Revanche wiederkommen.

Abschließend hier noch ein paar Streiflichter des Events. Fotos sowie Diagramme vom Räuberschach und Tandem liefere ich noch nach, letzteres ist mit der Chessbase-Software leider nicht machbar.

Schau mal Mama, alles rot!

 

...hieß es in meiner Kindheit in irgendeiner albernen Zahnpastawerbung, an die ich während des Blindsimultan-Schnellschach-Wettkampfes immer mal wieder denken musste. Ich hatte es in meiner Eingabemaske nämlich so eingestellt, dass das Feld, in dem jeweils der letzte Zugwechsel an jedem Brett angezeigt wurde, rot aufleuchtete, wenn das Zugrecht an mir war. Und da meine Gegner mit 15 Minuten plus 5 Sekunden pro Zug auch Schnellschach spielen mussten, war das fast ständig der Fall. In allen 12 Partien. Gleichzeitig.

 

Dabei ging es eigentlich ganz vielversprechend los: Die bei Blindsimultanen immer sehr schwierige Eröffnungsphase hatte ich ganz gut und ohne Aussetzer überstanden und dabei weniger Zeit verbraucht, als ich ursprünglich zu investieren beabsichtigte - gerade am Anfang, wenn die Partien alle noch ziemlich ähnlich aussehen und verlaufen ist es sehr wichtig, sich zu konzentrieren und in die Spiele hineinzudenken, um nicht frühzeitig Gefahr zu laufen, Verwechslungen oder vergessenen Zügen zum Opfer zu fallen. Insofern hatte ich eigentlich geplant, vor jedem Zug immer noch eine kleine Pause einzulegen, um die Stellung kurz "sacken" zu lassen. Leider hielt ich mich jedoch wie so oft nicht an die eigenen Absichten und zog - gehetzt von dem rot gefleckten Bildschirm - zumindest zu Beginn sehr schnell, was vorerst aber folgenlos blieb und als ich nach ca. 8 Zügen das erste Mal intensiver auf die Wand mit den Uhren schaute, sah ich noch keinen Grund zur Besorgnis: Mehr als eine halbe Stunde hatte ich noch nirgends verbraucht. Eine schnelle Hochrechnung ergab, dass ich bei gleichbleibendem Tempo - und vorausgesetzt, alle Partien würden bis zum Ende laufen - fast 50 Züge würde machen können.

 
Die tickende Software

Vielleicht kurz ein Wort zur Uhrensteuerung an sich. Diese war von Anfang an die größte technische Herausforderung des Wettbewerbs, denn schließlich konnte ich ja schlecht zu den Brettern laufen und die Uhren drücken. Theoretisch denkbar wäre eine Übertragung im "klassischen" Sinn gewesen, mit 12 Boten, die mir Zettel mit den Zügen bringen und dann jeweils eine von 12 auf meinem Tisch platzierten Uhren in Gang setzen, sobald sie mir den Zettel überreichen, aber das Chaos wäre hier vorprogrammiert, spätestens, wenn an mehreren Brettern Zeitnot ausbricht und Menschen mit Zetteln wild vor meinem Tisch durcheinander laufen. Auf der anderen Seite genügte es nicht, an jedes Brett ganz normal eine Uhr zu stellen und diese von den Spielern jeweils für sich und für mich drücken zu lassen, denn meine Zeit muss in dem Moment stehenbleiben, wenn ich meinen Zug sende und nicht erst, wenn mein Gegner ihn auf der Leinwand bemerkt. Also dachten wir uns ein etwas komplexeres, aber letztlich genaueres System aus, das mit DGT-Brettern, -Uhren, 3 Laptops und 2 Beamern arbeitete. Dies funktionierte wie folgt:

  1. Der Blindsimultanspieler gibt seinen Zug an seinem PC ein. Dieser wird an PC 2 gesendet, der mit einem Beamer verbunden ist, und dort auf der Großleinwand angezeigt. Unmittelbar nach Senden des Zuges stoppt die Uhr des Blindspielers an diesem Brett, die des Gegners läuft jedoch noch nicht wieder an.
  2. Der zuständige "Zugausführer" (wir hatten für jedes Brett einen im Einsatz) liest den Zug von der Leinwand ab, prüft ihn auf Legalität, führt ihn aus und setzt anschließend die Uhr des Schwarzen in Gang. Nach Ausführung des Zuges schreibt das DGT-Brett ihn in eine PGN-Datei.
  3. PC Nummer drei, der für die Uhrensteuerung zuständig ist, überwacht permanent die PGN auf Veränderungen. Er registriert den Zug von Weiß, folgert daraus messerscharf, dass Schwarz nun an der Reihe sein muss und setzt die Uhr des Nachziehenden in Gang
  4. Zieht wiederum der Schwarze, wird sein Zug direkt an den PC des Blindsimultanspielers gesendet, während PC Nr. 3 wiederum auf die Änderung der PGN mit dem Drücken der weißen Uhr reagiert.

Einer der Hauptakteure verweigert den Dienst

All das ist zugegebenermaßen ein wenig umständlich, aber eine andere Möglichkeit haben wir nicht gefunden, denn leider ist es nicht möglich, auf die DGT-Uhr direkt von außen zuzugreifen. Man kann ihren aktuellen Stand lediglich aus der PGN herauslesen. Jedenfalls ist anhand des oben skizzierten Ablaufs klar, dass jeder der drei PCs für sich unverzichtbar ist - und dass ein Ausfall auch nur von einem katastrophal. Doch genau das passierte gut eine Stunde vor Beginn des Events, als PC Nr. 2 (zuständig für die Anzeige der Züge auf der Großleinwand) unentschuldigt den Dienst quittierte und nach einem Neustart schlichtweg nicht mehr hochzufahren gedachte. Selbst der Einsatz massiven Know-Hows der versammelten Experten vermochte ihn nicht mehr zum vernünftigen Funktionieren überreden und das Einzige, was wir mit Mühe und Not noch hinbekamen war ein Betrieb im Abgesicherten Modus. Das lief zwar überraschend stabil, aber ging auf Kosten des Video-Livestreams, für den ich eigenes eine Kamera gekauft hatte und die nunmehr nutz- und treiberlos auf einer Säule fixiert vor sich hinmoderte.

 

Aber zurück zur Blindsimultanerei. Dort grübelte ich weiterhin eingekeilt zwischen meinen Gegnern, die an zwei V-förmig angeordneten Tischreihen hinter mir saßen, und einem emsig filmenden Kamerateam der ABC, deren drohende Linse einem ständig bewusst machte, dass Nasebohren, Grimassen schneiden und Kraftausdrücke rufen auch im dringenden Bedarfsfalle nicht auf der Agenda standen. Mein persönlicher Favorit war der wie ein Ghostbuster ausgerüstete Kameramann, der vor meinem Tisch sogar eine Art Schiene verlegt hatte, um geräusch- und ruckelfrei vor mir hin- und hergleiten zu können.

 

Der Gedächtnistest
Vereinbarungsgemäß befragte mich Moderator Todd Sampson nach gut 2 Stunden ein paar Fragen zu meinem Befinden, ehe wir die Partien für den kleinen "Gedächtnis-Gig" (ich setze einen Preis aus für denjenigen, der mir hierfür einen besseren Ausdruck liefert. Ich eiere hier nunmehr schon seit bestimmt 10 Artikeln auf der Suche nach einem brauchbaren Wort dafür herum, ohne einen Treffer zu landen) unterbrachen. Alle Uhren wurden gestoppt und ein Programm gestartet, das aus einer Datenbank mit insgesamt 444 Schachstellungen, alle aus Partien der letzten 200 Jahre entnommen, zehn zufällige auswählte und nacheinander als Diagramm auf der Großleinwand anzeigte. Zuvor entfernte das Programm einen zufälligen Stein aus der Stellung. Einfach wahllos irgendeinen; mit etwas Pech auch einen am Geschehen völlig unbeteiligten Randbauern. Meine Aufgabe bestand nun darin zu sagen, wer die Partie gespielt hatte (Weiß & Schwarz), welcher Zug in der Partie als nächstes folgte und v.a. welcher Stein von welchem Feld vom Computer entfernt wurde.


Die Bedienung des PCs für diese Aufgabe übernahm meine Frau Anne, die mich auch während der Vorbereitung immer mal wieder abgefragt hatte. Sie war nach eigenem Bekunden so nervös, dass sie kaum die Maus ruhig halten konnte. Die Aufgaben liefen gut bis auf eine: Wie es der Teufel so wollte, kam ausgerechnet eine der Stellungen auf die Leinwand, die ich schon im Vorfeld immer und immer wieder durcheinander gebracht hatte. Jeder kennt das noch aus der Schulzeit, wo es Vokabeln gab, die man hundert Mal lernte, nur um sie beim 101. Mal erneut vergessen zu haben. In meinem Fall war es die Partie Slonim - Riumin. Die Stellung, den fehlenden Stein und den Namen des Nachziehenden konnte ich noch bestimmen, aber wie zum Henker hieß der Stinker, der Weiß hatte? Alles, was ich noch wusste war, dass er mit 'S' begann und die Buchstaben m und n bei ihm in umgekehrter Reihenfolge wie bei Herrn Riumin standen, also tippte ich resignierend auf "Siunim". Immerhin wurde auf diese Weise ein hübscher Zungenbrecher daraus, der dem Moderator große Probleme bei der Aussprache bereitete :-).

 

Zurück im Zeitchaos

Nach diesem kleinen Gag fürs Publikum und das Dokuteam nahmen alle Spieler wieder Platz und die Partien wurden ganz normal fortgesetzt. Es war mir in der Zwischenzeit natürlich nicht erlaubt gewesen, einen Blick auf die Stellungen zu werfen, so gerne ich das getan hätte :-). Ich bin mir nicht sicher, ob der erste Punkt noch vor oder kurz nach der Pause vergeben wurde, aber jedenfalls irgendwann hier fiel das 1:0 für mich. Frank Jarchov, der mir nunmehr schon zum...Moment...fünften(?) Mal bei einer Blindveranstaltung als Gegner gegenübersaß, hatte die Eröffnung nicht zum Besten behandelt und musste schließlich aufgeben, als sein aufgerissener Königsflügel auseinanderfiel und die weißen Figuren dort den Honig einzusammeln begannen. Doch der erhoffte Schneeballeffekt blieb leider aus; es sollte noch über eine Stunde dauern, ehe die zweite Partie beendet sein würde - und in der Zwischenzeit schmolz mein vermeintlich dickes Zeitpolster mehr und mehr dahin. Einige komplizierte Stellungen v.a. an den Brettern 2, 4, 9 und 11, wo meine Gegner allesamt dieses ruchlose Königsindisch aufs Brett schmierten, kosteten mich derart viel Zeit, dass ich pro Umlauf zwischen 10 und 20 Minuten verlor. Also pro Zug und pro Brett! Es musste unbedingt etwas geschehen, sonst würde ich alsbald in horrende Elfbrettzeitnot kommen. Ich entschied, in den unklaren Partien Vereinfachungen und den Remishafen anzustreben und in den Partien mit besserer Stellung eine schnelle Entscheidung zu suchen, ohne Rücksicht auf Risiken. Ein Konzept, das glücklicherweise aufging, auch begünstigt durch den Umstand, dass sich meine Gegner inzwischen ebenfalls in Zeitnot befanden. So endeten in der dritten Spielstunde 6 Partien im Abstand von gerade einmal 30 Minuten:

 

  • Jürgen Fink an Brett 7 lief in einem Gambitfranzosen in eine tödliche Springergabel mit Turmverlust und musste schließlich aufgeben, als er eine weitere Figur verlor.
  • Andreas Kübler hätte an diesem Tag zu meinem Albtraum avancieren können, wenn er den Umstand ausgenutzt hätte, dass ich mal wieder vergessen hatte, dass mein König noch nicht rochiert hatte. Ein einfaches Zwischenschach auf h4 hätte mich hier einmal meinen Läufer h6 und damit auch sofort die Partie gekostet. Als er es schließlich sah, war es immer noch gut, aber nur, um den zuvor verlorenen Bauern zurückzugewinnen, woraufhin er mein Remisangebot akzeptierte.
  • Paul Romes (Brett 4) schlug sich sehr achtbar und hielt die Partie die ganze Zeit über einigermaßen in der Balance. Als er schließlich Remis anbot, stand ich zwar strukturell besser, aber es war noch nicht viel passiert.
  • Josef Mayer spielte die Eröffnung zunächst gut und hielt die Stellung geschlossen, übersah dann jedoch einen Figurengewinn und musste die Segel streichen.
  • Johannes Buck erlebte ein Eröffnungs-Waterloo: Nach nur 6 Zügen ging sein Läufer verloren. Dennoch spielte er taktisch klug weiter, denn jede laufende Partie mehr war eine zusätzliche Belastung für mich.
  • Holger Nolte vom Sponsor ConSol* spielte wie schon beim Weltrekord 2011 einen Königsinder, verhindete jedoch dieses Mal die unangenehme verzögerte Abtauschvariante. In wohl leicht besserer Stellung für mich akzeptierte er mein Remisangebot.

 

Ein Pünktchen noch...

Damit stand es 5,5:1,5 und zum Gesamtsieg fehlte nur noch ein Punkt, doch meine Zeit machte mir nach wie vor große Sorgen, denn inzwischen war sie an den verbliebenen Brettern auf unter 40 Minuten heruntergelaufen. Längere Denkpausen konnte ich mir nunmehr nicht mehr erlauben, ohne plötzlich an allen Brettern ins Disaster zu schlittern, aber das ist als Blindspieler leichter gesagt als getan - man kann einfach nicht im Blitztempo ziehen, es braucht immer mindestens 30 Sekunden bis 1 Minute, bis man sich orientiert hat. Dennoch war es eine große Erleichterung, dass nur noch 5 Partien liefen. Der nächste und damit der Matchpunkt fiel an Brett 5, wo Angelo Missione bereits in der Eröffnung mit ...Lg4 einen bekannten Trick zuließ und in der Folge zwar tapfer, aber eigentlich für eine verlorene Sache kämpfte. Ein stilvolles Matt beendete die Partie und entschied das Match damit zu meinen Gunsten.

 

Die übrigen Bretter gingen dann recht schnell zu Ende. Zunächst überschritt Holger Walliser an Brett 9 in allerdings auch verlorener Stellung die Zeit. Diese Partie würde ich im Nachhinein als die beste des Wettkampfes bezeichnen, zumindest aus meiner Sicht. Nachdem ich an Brett 1 gegen Igor Frühsorger ins Remis abgewickelt hatte, holte mein König in der Partie gegen Michael Wagner an Brett 12 seine verbliebenen Bauern ab und schießlich blieb es einmal mehr Sven Heyer vorbehalten, wie schon beim Weltrekord die letzte Partie zu spielen: In einem Läuferendspiel versuchte er mit 2 Minusbauern noch alles, um das Blatt zu wenden, doch am Ende liefen die Herrschaften einfach durch. Damit war der Endstand von 10:2 (+8 =4 -0) perfekt und ich konnte erleichtert aufatmen.

 

Ja hm...an solchen Stellen schreibt man ja normalerweise ein bedeutungsschwangeres Fazit, also was sage ich? Eigentlich vor allem, dass es mir unheimlich viel Spaß gemacht hat und dass ich

  • Der Firma ConSol* für ihr tolles Engagement
  • Axel Fritz für seinen technischen Sachverstand und sein allzeit souveränes "Supervising", das in ein paar kritischen Momenten, als die Software nicht so wollte, wie sie sollte, das Event gerettet hat
  • Allen Spielern und Zugausführern
  • Und ganz besonders allen "irgendwie" an dem Event beteiligten Sontheimern unheimlich dankbar bin für ihren grandiosen Einsatz. Es ist wirklich keine hohle Floskel, dass ich total stolz darauf bin, in einem so tollen Verein spielen zu dürfen, der wohl seinesgleichen sucht. Jungs, Ihr seid echt spitze!

Bilder vom Gedächtnistest

Erste Bilder von dem kleinen "Gedächtnis-Contest". Nach ca. 2 Stunden wurden die Parten (11 liefen zu diesem Zeitpunkt noch) für ein paar Minuten unterbrochen. Marc Lang wurden nun 10 zufällige Positionen aus einer Datenbank mit insgesamt 444 Stellungen (und 7263 Figuren) gezeigt. Zuvor entfernte der Computer eine zufällige Figur vom Brett. Marcs Aufgabe war zu bestimmen, wer gegen wen spielte, was der nächste Zug in der Partie war und welche Figur von welchem Feld entfernt wurde. Nach Beendigung des Tests wurden die Partien an gleicher Stelle fortgesetzt, ohne dass Marc einen Blick darauf werfen durfte.

Die Aufgabe gelang: Bis auf einen Buchstabendreher bei einem der Namen (Slonim statt Siumin) konnte Marc die Fragen alle richtig beantworten.

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Erste Bilder sind online

Die ersten Bilder sind online. Weitere folgen in Kürze.

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We did it again

turniersaalErst einmal nur ganz kurz; für einen Bericht bin ich noch ein bisschen zu platt, außerdem möchten meine Kids auch noch was von Papa haben: Das Experiment ist geglückt und ich konnte den Wettkampf mit 10:2 gewinnen. Etwas Glück war dabei und die Zeitbegrenzung war problematischer, als ich gedacht hatte, aber am Ende ist ganz Sontheim happy mit dem erfolgreichen Ausgang. Fotos, kommentierte Partien und einen ausführlichen Bericht reiche ich Anfang der kommenden Woche nach.

Ganz ausdrücklich bedanken möchte ich mich bei Axel Fritz für die hervorragende technische Unterstützung, bei Dr. Ulrich Schwanengel von der Firma ConSol* für die großzügige Unterstützung (und nochmals ein dickes Danke von meinem Sohn für die schöne Tasse!) und natürlich bei allen Helfern vom Schachklub Sontheim, die einmal mehr ein großartiges Event auf die Beine gestellt und dabei gezeigt haben, was ein tolles Team alles möglich macht.

Entschuldigen möchte ich mich bei denen, die vergeblich auf den Video-Livestream gewartet haben. Eine Stunde vor Beginn schmierte ohne Ankündigung einer der drei Hauptrechner ab und war in der Folge nicht mehr zum vollständig korrekten Funktionieren zu bewegen. Da er unersetzlich für die Zugübermittlung war, ließen wir ihn wenigstens im abgesicherten Modus laufen (das funktionierte seltsamerweise), doch daraufhin verweigerte die Kamera den Dienst. Beim nächsten Event plane ich mit Ersatzcomputern, versprochen :-).

Brett Vorname Name Verein DWZ Ergebnis Beendet
Zwischen-
stand
1 Igor Frühsorger SK Sontheim/Brenz 1825 ½:½ 15:17 8:2
2 Holger Nolte Firma ConSol*
/SC Roter Turm Altstadt
1775 ½:½  14:45 3,5:1,5
3 Frank Jarchov SV Giengen 1337 1:0 13:10 1:0
4 Josef Mayer SK Sontheim/Brenz 1591 1:0 14:50 4,5:1,5
5 Angelo Missione SC Plüderhausen 1362 1:0 15:06 6,5:1,5
6 Johannes Buck SK Sontheim/Brenz 1177 1:0 14:53 5,5:1,5
7 Jürgen Fink SK Sontheim/Brenz 1147 1:0 14:22 2:0
8 Paul Romes SK Sontheim/Brenz 1586 ½:½ 14:38 3:1
9 Holger Walliser SK Sontheim/Brenz 1953 1:0 15:15 7,5:1,5
10 Sven Heyer SK Sontheim/Brenz 1321 1:0 15:33 10:2
11 Andreas Kübler SK Sontheim/Brenz 1609 ½:½  14:25 2,5:0,5
12 Michael Wagner FC Gundelfingen 1308 1:0 15:25 9:2
Gesamt 10:2 (+8 =4 -0)

 
Hier schon einmal alle Partien mit ein paar Kommentaren zum Nachspielen am Bildschirm. Wer mag, kann sie hier herunterladen.

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[Event "Blindschachevent Sontheim 2013"]

[Date "2013.01.26"]
[Round "7.1"]
[White "Lang, Marc"]
[Black "Fruehsorger, Igor"]
[Result "1/2-1/2"]
[ECO "A11"]
[Annotator "Lang,Marc"]
[PlyCount "76"]
[EventDate "26.1.2013"]

1. c4 c6 2. e4 e5 3. Nf3 Nf6 4. Nxe5 Qe7 5. d4 d6 6. Nf3 Bg4 $2 {Hm? Was
sprach gegen Sxe4?} 7. Bd3 Qc7 8. O-O Be7 9. h3 Bh5 10. Re1 (10. Bf4 $1) 10...
O-O 11. Nbd2 Nbd7 12. Nf1 {Naja. So richtig überzeugt mich das sehend nicht
mehr. So "schön" der weiße Aufbau auch ist, er kostet einfach zu viel Zeit} c5
13. Ng3 Bxf3 14. Qxf3 cxd4 15. Nf5 Ne5 16. Qd1 Rfe8 17. Bg5 h6 18. Bh4 Ng6 19.
Bg3 Qc5 20. Qd2 $6 a5 (20... Nh5 $1) 21. Rac1 $6 Rac8 $6 (21... Nh5 $1) 22. Bb1
Nd7 23. Qxd4 Qxd4 24. Nxd4 Nge5 25. b3 a4 26. Nf5 axb3 27. axb3 Nc5 28. Re3
Rcd8 29. Rd1 Bf8 30. Nd4 Ne6 31. Nxe6 (31. Nb5) 31... Rxe6 32. Re2 g6 33. Red2
g5 $2 34. c5 f6 35. b4 Kg7 36. Ba2 Re7 37. cxd6 $2 (37. Rxd6 $18) 37... Red7
38. Bxe5 fxe5 {Weiß steht immer noch besser, aber viel ist es nimmer, daher
sicherheitshalber} 1/2-1/2

[Event "Blindschachevent Sontheim 2013"]

[Date "2013.01.26"]
[Round "7.2"]
[White "Lang, Marc"]
[Black "Nolte, Holger"]
[Result "1/2-1/2"]
[ECO "E91"]
[Annotator "Lang,Marc"]
[PlyCount "50"]
[EventDate "26.1.2013"]

1. d4 Nf6 2. c4 g6 3. Nc3 Bg7 4. e4 d6 5. Nf3 O-O 6. Be2 Nbd7 7. O-O e5 8. Be3
Re8 9. d5 Nc5 $2 (9... Nh5 10. g3 Bf8 {Ist so eine spinnerte Variante, in der
der Springer später nach g7 geht}) 10. Nd2 {Weiß hat seine Idealaufstellung
erreicht und der Te8 steht komisch} a5 11. a3 Qe7 12. Rb1 (12. b4) 12... b6 13.
b4 Ncd7 14. Nb5 Nf8 15. c5 bxc5 16. bxc5 Ba6 17. Qc2 Reb8 18. a4 Ne8 19. Nc4
Nd7 20. Rfc1 (20. Nxa5 $1 {mit derselben Idee wie in der Partie, nur in
verbesserter Form} Bxb5 21. Rxb5 Rxb5 22. Nc6 Qh4 23. Bxb5 Nxc5 24. Bxc5 dxc5
25. g3 Qg4 26. Be2 Qh3 27. a5 $16) 20... Nxc5 21. Bxc5 dxc5 22. Nxa5 Bxb5 23.
Rxb5 Rxb5 24. Nc6 Qh4 25. Bxb5 Nd6 {Weiß steht immer noch besser, aber so
richtig gefiel es mir nicht mehr.} 1/2-1/2

[Event "Blindschachevent Sontheim 2013"]

[Date "2013.01.26"]
[Round "7.3"]
[White "Lang, Marc"]
[Black "Jarchov, Frank"]
[Result "1-0"]
[ECO "B15"]
[Annotator "Lang,Marc"]
[PlyCount "37"]
[EventDate "26.1.2013"]

1. e4 c6 2. d4 d5 3. Nc3 e6 4. Nf3 Be7 5. Bd3 Nd7 6. O-O Nb6 $6 7. a4 h6 $6 8.
a5 Nd7 9. e5 Qc7 10. Ne1 b6 11. Qg4 g5 (11... g6 12. Bxg6) 12. f4 Nf8 $2 (12...
h5 13. Qg3 g4 14. f5 Nh6 {war die letzte Chance}) 13. fxg5 (13. Qh5 {war laut
Rechner noch stärker. Darauf wäre ich in der Partie im Leben nicht gekommen})
13... Bxg5 14. Bxg5 hxg5 15. Nf3 Bb7 16. Nxg5 Nh6 17. Qf4 Nf5 (17... O-O-O 18.
Nxf7) 18. Bxf5 exf5 19. Qxf5 {Ok, das macht wirklich keinen Spaß mehr} 1-0

[Event "Blindschachevent Sontheim 2013"]

[Date "2013.01.26"]
[Round "7.4"]
[White "Lang, Marc"]
[Black "Mayer, Josef"]
[Result "1-0"]
[ECO "E61"]
[Annotator "Lang,Marc"]
[PlyCount "55"]
[EventDate "26.1.2013"]

1. d4 Nf6 2. c4 g6 3. Nc3 Bg7 4. Nf3 {War heute eigentlich
Königsindisch-Gedenktag? Ich hatte das ingesamt 4 Mal auf den Brettern} d6 5.
Bg5 O-O 6. e3 Nbd7 7. Be2 h6 8. Bh4 e5 9. Qc2 Re8 10. O-O g5 11. Bg3 Nh5 12.
Rfd1 Nxg3 13. hxg3 exd4 14. Nxd4 Ne5 {In der Partie hielt ich den schwarzen
Aufbau für OK, aber sehend gefällt er mir gar nicht mehr. Läuferpaar, OK, aber
die Felderschwächen...} 15. c5 Bf8 $6 (15... d5 16. Nb3 c6 17. e4 Be6 {war OK})
16. cxd6 Bxd6 17. Ndb5 Re6 $2 18. Nxd6 $2 (18. Ne4 $1) 18... Rxd6 19. Rxd6 Qxd6
$2 (19... cxd6 {war das kleinere Übel}) 20. Nb5 Qf6 21. Nxc7 Bf5 $2 22. e4 $18
Rc8 23. exf5 Qb6 24. Rc1 Nc6 25. Nd5 Qd4 26. Nc3 Nb4 27. Qd1 Qxd1+ 28. Rxd1 1-0

[Event "Blindschachevent Sontheim 2013"]

[Date "2013.01.26"]
[Round "7.5"]
[White "Lang, Marc"]
[Black "Missione, Angelo"]
[Result "1-0"]
[ECO "B21"]
[Annotator "Lang,Marc"]
[PlyCount "79"]
[EventDate "26.1.2013"]

1. e4 c5 2. d4 cxd4 3. c3 dxc3 4. Nxc3 Nc6 5. Nf3 d6 6. Bc4 Bg4 $2 7. Bxf7+
Kxf7 8. Ng5+ Ke8 9. Qxg4 Qc8 10. Qd1 Nf6 11. O-O h6 12. Nf3 a6 13. Nd5 Nxd5 14.
exd5 Nd8 15. Re1 Nf7 16. Nd4 Qc4 17. Ne6 Kd7 18. Bf4 g5 19. Rc1 Qxf4 (19...
Qxa2 20. Nxf8+ Rhxf8 21. Qg4+ Kd8 22. Rxe7 {wird bald matt}) 20. Nxf4 gxf4 21.
Qc2 Ne5 22. Qc7+ Ke8 23. Qxb7 Rd8 24. Rc7 Kf7 25. b4 Rg8 26. a4 Nf3+ {Hier
spielte ich zunächst verwundert 27.gxf3, ehe mir klar wurde, dass ich eine
Qualität eingestellt hatte. Gott sei Dank war das nicht weiter schlimm} 27. Kf1
Nxe1 28. Kxe1 Rxg2 29. b5 axb5 30. a5 Rg1+ 31. Ke2 Rb1 32. a6 f3+ 33. Kxf3 Rb3+
34. Kg2 b4 35. a7 Ra3 36. Qxb4 Ra1 37. Qf4+ Kg6 38. Qg4+ Kf7 39. Qe6+ Ke8 40.
Qg6# 1-0

[Event "Blindschachevent Sontheim 2013"]

[Date "2013.01.26"]
[Round "7.6"]
[White "Lang, Marc"]
[Black "Buck, Johannes"]
[Result "1-0"]
[ECO "C45"]
[Annotator "Lang,Marc"]
[PlyCount "63"]
[EventDate "26.1.2013"]

1. e4 e5 2. Nf3 Nc6 3. d4 exd4 4. Nxd4 Bc5 5. Be3 Nge7 $2 6. Nxc6 Nxc6 7. Bxc5
d6 8. Be3 Be6 9. Be2 Qe7 10. Nc3 a6 11. O-O g6 12. Nd5 Bxd5 13. exd5 Ne5 14.
Bd4 O-O 15. Bxe5 {Sicher ist sicher...} Qxe5 16. c3 Rae8 17. Bf3 f5 18. Re1 Qf6
19. Qd4 Qf7 20. Re6 Rxe6 21. dxe6 Qe7 22. Re1 c6 23. c4 Re8 24. b4 Qd7 25. a4
Rxe6 {Oh, den hatte ich ganz vergessen...} 26. Rxe6 Qxe6 27. Kf1 Kf7 28. b5
axb5 29. axb5 Qd7 30. bxc6 bxc6 31. Qh8 Qb7 $2 32. Qxh7+ 1-0

[Event "Blindschachevent Sontheim 2013"]

[Date "2013.01.26"]
[Round "7.7"]
[White "Lang, Marc"]
[Black "Fink, Juergen"]
[Result "1-0"]
[ECO "C02"]
[Annotator "Lang,Marc"]
[PlyCount "55"]
[EventDate "26.1.2013"]

1. e4 e6 2. d4 d5 3. e5 c5 4. c3 Qb6 5. Nf3 Nc6 6. Bd3 Bd7 7. O-O cxd4 8. cxd4
Nxd4 9. Nxd4 Qxd4 10. Nc3 Qxe5 11. Re1 Qd6 $6 (11... Qb8 12. Nxd5 Bd6 {gilt
als gut für Schwarz}) 12. Nb5 Qb6 13. Be3 Bc5 $2 ({Nach} 13... Qa5 {sehe ich
nichts wirklich brauchbares für Weiß}) 14. Bxc5 Qxc5 15. Rc1 Qb6 16. Nc7+ Ke7
17. Nxa8 Qxb2 18. Nc7 Nf6 19. Nb5 Bxb5 20. Rb1 Qxa2 21. Rxb5 b6 22. Qa1 Qxa1
23. Rxa1 Rc8 24. Rxa7+ Nd7 25. Rxb6 Rc1+ 26. Bf1 Rc8 27. Rbb7 Rd8 28. Bb5 1-0

[Event "Blindschachevent Sontheim 2013"]

[Date "2013.01.26"]
[Round "7.8"]
[White "Lang, Marc"]
[Black "Romes, Paul"]
[Result "1/2-1/2"]
[ECO "D01"]
[Annotator "Lang,Marc"]
[PlyCount "50"]
[EventDate "26.1.2013"]

1. d4 Nf6 2. Nc3 d5 3. Bg5 c6 {Ein guter Zug gegen dieses System. Weiß hat
hier rein gar nichts} 4. Nf3 Bf5 5. e3 e6 6. Bd3 Bxd3 7. Qxd3 Bd6 $6 (7... Be7)
8. O-O Nbd7 9. e4 $14 dxe4 10. Nxe4 Qc7 11. Nxf6+ gxf6 12. Bh4 O-O-O 13. c4 c5
14. d5 $2 (14. dxc5 $1 Nxc5 15. Qe2 {nebst b4 ist klar stärker}) 14... Ne5 15.
Nxe5 Bxe5 16. Bg3 h5 17. Rad1 Qd6 18. Rfe1 h4 19. Bxe5 fxe5 20. Qe2 (20. Qf3 $1
) 20... f6 21. Rd3 b6 22. Red1 exd5 23. Rxd5 Qe6 24. Qe4 Rxd5 25. cxd5 Rd8 {
mit Remisangebot. Naja. Sollte man mit Weiß wohl weiterspielen angesichts der
schwarzen Schwächen und dem etwas offenen König} 1/2-1/2

[Event "Blindschachevent Sontheim 2013"]

[Date "2013.01.26"]
[Round "7.9"]
[White "Lang, Marc"]
[Black "Walliser, Holger"]
[Result "1-0"]
[ECO "E91"]
[Annotator "Lang,Marc"]
[PlyCount "58"]
[EventDate "26.1.2013"]

1. d4 g6 2. c4 Bg7 3. Nc3 Nf6 4. e4 d6 5. Nf3 O-O 6. Be2 c5 7. O-O Nc6 $2 (7...
cxd4) 8. d5 Nb4 9. h3 {Am logischsten. Schwarz soll nichts tauschen dürfen,
sondern selbst sehen, wo er seine Figuren hinpackt} e5 10. dxe6 fxe6 11. Bg5 h6
$6 {Das wollte ich herauslocken. Jetzt ist g6 auch schwach und bei weißem
e4-e5 eine potenzielle Zielscheibe} 12. Be3 b6 13. e5 $1 Ne8 14. Qd2 g5 15.
Rad1 d5 16. a3 Nc6 17. cxd5 Nxe5 18. Nxe5 Bxe5 19. Bc4 {Houdini findet das
bestenfalls mittelmäßig und empfiehlt statt dessen 19.f4 mit klaren Vorteil.
Ja, kann schon sein...} Qe7 20. Rfe1 Nd6 21. Ba2 Qf6 $2 22. dxe6 Bxe6 23. Bxg5
{Sieht man normalerweise gleich, aber blind...ich habe eine Viertelstunde
gebraucht, bis ich endlich geblickt habe, wie man Schwarz hier ausknockt} hxg5
24. Bxe6+ Nf7 (24... Qxe6 25. Qxg5+ {und aus}) 25. Bd5 Rad8 26. Ne4 Qf4 27.
Bxf7+ Kxf7 28. Nxg5+ Kg6 29. Qxf4 Bxf4 {Schwarz überschritt hier die Zeit,
aber nach 30.Se6 ist es ohnehin vorbei} 1-0

[Event "Blindschachevent Sontheim 2013"]

[Date "2013.01.26"]
[Round "7.10"]
[White "Lang, Marc"]
[Black "Heyer, Sven"]
[Result "1-0"]
[ECO "A04"]
[Annotator "Lang,Marc"]
[PlyCount "93"]
[EventDate "26.1.2013"]

1. Nf3 c5 2. c4 Nf6 3. g3 b6 4. Bg2 Bb7 5. O-O Nc6 6. Nc3 e5 $2 7. Nxe5 Qc7 8.
Nxc6 Bxc6 9. e4 d6 10. d4 Nd7 11. Nd5 Bxd5 12. exd5 Be7 13. Re1 cxd4 14. Qxd4
Ne5 15. Bf4 (15. f4 Qxc4 16. Qxc4 Nxc4 17. b3 Na5 18. Bb2 {sagt Houdini, aber
ich habe schon nach 15...Dxc4 aufgehört zu rechnen}) 15... f6 16. b3 O-O 17.
Bd2 Qc5 18. Qxc5 bxc5 19. f4 Ng6 20. Re2 Bd8 21. Rae1 Bc7 22. Bh3 Rfd8 23. Bc3
h6 $2 24. Bf5 Nf8 25. Re7 Bb6 26. h4 (26. Rxg7+ $1 Kxg7 27. Re7+ Kg8 28. Bxf6 {
gewinnt lt. Blechhaufen hier und noch ein paar weitere Züge lang sofort. Mir
kam das nicht einmal in den Sinn}) 26... a5 27. h5 a4 28. g4 axb3 29. axb3 Ra7
30. Rxa7 Bxa7 31. Re7 Bb6 32. g5 hxg5 33. fxg5 (33. h6 {war noch stärker})
33... Nh7 34. Bxh7+ Kxh7 35. gxf6 Rg8 36. fxg7 Bd8 37. Rf7 Bg5 38. Kg2 Kh6 39.
Rf8 Kh7 40. Kf3 Be7 41. Rf7 Bg5 42. Kg4 Bh6 43. Kf5 Be3 44. Rf8 Bf2 45. h6 Be3
46. Rxg8 Kxg8 47. Kg6 1-0

[Event "Blindschachevent Sontheim 2013"]

[Date "2013.01.26"]
[Round "7.11"]
[White "Lang, Marc"]
[Black "Kuebler, Andreas"]
[Result "1/2-1/2"]
[ECO "E91"]
[Annotator "Lang,Marc"]
[PlyCount "45"]
[EventDate "26.1.2013"]

1. d4 Nf6 2. Nf3 g6 3. c4 Bg7 4. Nc3 d6 5. e4 O-O 6. Be2 c5 7. d5 Nbd7 8. h3
Ne8 9. Bg5 Ne5 10. Nd2 h6 11. Be3 a6 12. f4 Nd7 13. Nf3 e5 14. fxe5 $6 (14.
dxe6 fxe6 15. O-O {ist bäh für Schwarz}) 14... Nxe5 15. Nxe5 Bxe5 16. Bxh6 $4 {
Ich hatte schlichtweg vergessen, dass ich noch gar nicht rochiert hatte!} Bg7
$4 (16... Qh4+ {hätte mich zur sofortigen Aufgabe überredet}) 17. Bxg7 Kxg7 (
17... Qh4+) 18. Bd3 $2 {Weiß ist immer noch überzeugt, dass sein König schon
auf g1 in Sicherheit ist} Qh4+ {Oh verdammt....} 19. Kd2 Qg5+ 20. Kc2 Qxg2+ 21.
Qe2 Qxe2+ 22. Bxe2 Rh8 23. a3 {Mit Remisangebot, das wegen Zeitknappheit
angenommen wurde. Schwarz steht natürlich besser, außerdem hängt einfach h3}
1/2-1/2

[Event "Blindschachevent Sontheim 2013"]

[Date "2013.01.26"]
[Round "7.12"]
[White "Lang, Marc"]
[Black "Wagner, Michael"]
[Result "1-0"]
[ECO "C34"]
[Annotator "Lang,Marc"]
[PlyCount "95"]
[EventDate "26.1.2013"]

1. e4 e5 2. f4 d6 3. Nf3 exf4 4. d4 Bg4 5. Bxf4 Nc6 6. Nc3 Nf6 7. Qd2 {
Wahrscheinlich nicht das Beste, aber ich spiele sonst nie sowas....} Be7 (7...
d5 {sieht gut aus}) 8. O-O-O O-O 9. h3 Bh5 10. g4 Bg6 11. Bd3 Re8 12. a3 $6 d5
13. e5 Bxd3 $2 (13... Ne4 14. Qe1 Nxc3 15. Qxc3 $14) 14. exf6 Be4 15. fxe7 Rxe7
16. Rhf1 Qd7 17. Rde1 Rae8 18. Nxe4 dxe4 19. Ne5 Qxd4 20. Nxc6 Qxd2+ 21. Kxd2
bxc6 22. Ke3 Rd7 23. Rd1 Rde7 24. Rd2 g6 25. Rfd1 f5 26. Rd7 Rxd7 27. Rxd7 Rc8
28. Be5 Re8 29. Bc3 Rc8 30. Rg7+ Kf8 31. Rxh7 Re8 32. Rh8+ Kf7 33. Rxe8 Kxe8
34. gxf5 gxf5 35. Kf4 Kf7 36. Kxf5 e3 37. Ke4 e2 38. Ke3 Kg6 39. Kxe2 Kh5 40.
Kd3 Kh4 41. Kc4 Kxh3 42. Kc5 Kg4 43. Kxc6 Kf5 44. Kxc7 Ke6 45. Bd4 a6 46. c4 a5
47. c5 Kd5 48. c6 1-0

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