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Events

Über Marc Lang

Letzte News

04/11/2013, 11:32
neuer-weltrekord-im-aeltesten-schachklub-der-weltAm Sonntag, den 03.11.2013 war ich auf Einladung der Schachgesellschaft Zürich, dem mit Abstand ältesten Schachklub der Welt, als Blindsimultanspieler zu...
90720
01/11/2013, 11:09
Live-Übertragung direkt aus dem Zunfthaus zur Saffran in Zürich. Beginn: 3.11.2013, 14 Uhr
77550
01/11/2013, 11:07
Zunächst einmal wünsche ich Euch allen einen guten Morgen. Jaja, ich weiß schon, es ist bereits halb 11 und somit streng genommen höchstens noch ein...
69720

ConSol* ChessMind::Ergebnisse

Endergebnis der ConSol* ChessMind Challenge am 26.1.2013

Brett Vorname Name Verein DWZ Ergebnis
1 Igor Frühsorger SK Sontheim/Brenz 1825 ½:½
2 Holger Nolte Firma ConSol*
/SC Roter Turm Altstadt
1775 ½:½
3 Frank Jarchov SV Giengen 1337 1:0
4 Josef Mayer SK Sontheim/Brenz 1591 1:0
5 Angelo Missione SC Plüderhausen 1362 1:0 
6 Johannes Buck SK Sontheim/Brenz 1177 1:0
7 Jürgen Fink SK Sontheim/Brenz 1147 1:0 
8 Paul Romes SK Sontheim/Brenz 1586 ½:½ 
9 Holger Walliser SK Sontheim/Brenz 1953 1:0
10 Sven Heyer SK Sontheim/Brenz 1321 1:0
11 Andreas Kübler SK Sontheim/Brenz 1609 ½:½
12 Michael Wagner FC Gundelfingen 1308 1:0
 Gesamt 10:2 (+8 =4 -0)

Down Under im Schloß Brenz am 26.01.2013 - Weltrekordversuch im Blindsimultan-Schnellschach

Am Samstag, den 26. Januar 2013 ist es mal wieder soweit: Die Gemeinde Sontheim lädt gemeinsam mit dem "Größten Dorfschachklub Deutschlands" zu einem weiteren Blindschachereignis ein: Dem Versuch, erstmals in der Geschichte des Schachs (hüstel. Ich bitte darum, dass jemand meine Beine festhält, da ich mich gerade schon sehr weit aus dem Fenster lehne) ein Blindsimultan im Schnellschachmodus auszutragen. Hierbei werde ich blind gegen insgesamt 12 Gegner gleichzeitig antreten und mit einer Bedenkzeit von 12 x 15 Minuten versuchen, den ungleichen Kampf irgendwie zu bestehen. Da es bislang keine Veranstaltung dieser Art gab, würde somit ein neuer Weltrekord im Blindsimultan-Schnellschach aufgestellt werden.

Das Event findet in stilvollem Ambiente im erst kürzlich renovierten Rittersaal im Schloss Brenz statt und wird live ins Intenet übertragen werden. Besonderes Highlight der Veranstaltung: Die australische Fernsehgesellschaft ABC wird das Event aufzeichnen und als einen der Beiträge für eine dreiteilige Dokumentation zum Thema "Außergewöhnliche Gedächtnisleistungen" verwenden.

 
Als kleiner Zusatzgag werden alle 2 Stunden die Partien für ein paar Minuten unterbrochen und die Uhren angehalten. Dann werden mir 10-20 Positionen aus einer Datenbank mit 444 verschiedenen Schachstellungen gezeigt. Zuvor wird jedoch eine zufällige Figur entfernt. Meine Aufgabe besteht dann darin:

  • Zu sagen, wer mit Weiß und wer mit Schwarz gespielt hat
  • Was der nächste Zug in der Partie war
  • Welche Figur fehlt und
  • auf welchem Feld sie stand

 

Veranstaltung: Weltrekordversuch im Blindsimultan-Schnellschach an 12 Brettern
Veranstaltungstag: Samstag, 26. Januar 2013. Beginn 11 Uhr, Einlass ab 9 Uhr
Modus: Schnellschach. Die sehenden Einzelspieler erhalten 15 Minuten/Partie + 5 Sek. /Zug
Der Blindschachspieler erhält insgesamt 3h (=12x15 Minuten) + 40 Sek./Zug
Medien: Der australische Fernsehsender ABC ist mit einem großen Team vor Ort und filmt das Event für eine dreiteilige Dokumentation über das menschliche Gedächtnis. Die Zusage weiterer Fernsehsender steht noch aus; diese wird leider immer erst sehr kurzfristig gegeben.
Besonderheiten:

Nach ca. 2½ Stunden Spielzeit wird die Veranstaltung unterbrochen. Dem Blindsimultanspieler werden dann 10-20 Positionen aus einer Datenbank mit 444 Schachstellungen gezeigt, bei denen zuvor eine zufällige Figur entfernt wurde. Der Blindsimultanspieler muss dann die Namen der Spieler, den nächsten Zug in der Partie sowie die fehlende Figur und deren korrekte Position nennen. Um diese Aufgabe zu meistern, muss Marc Lang die Position von insgesamt 7263 Figuren abrufbar gespeichert haben, darf dabei aber die laufenden Partien aus dem Blindsimultan ebenfalls nicht vergessen, denn diese werden im Anschluss ohne irgendeine Hilfestellung an der Stelle fortgesetzt, wo sie unterbrochen wurden.

Zuschauer & Presse: Zuschauer sind herzlich willkommen; der Eintritt ist frei. Wegen der begrenzten Räumlichkeiten ist der Einlass jedoch auf ca. 50 begrenzt. Wer sich schon jetzt einen Platz sichern möchte, kann dies gerne per E-Mail tun.

Seite nach Hackerangriff wieder online

Ein Hackerangriff aus Semi-Fernost legte die Seite leider für einige Zeit völlig lahm und vernichtete die Skripte in so ziemlich allen Ordnern so gründlich, dass nur noch ein Backup von Seiten des Hosters geholfen hätte - doch der ließ mich leider im Regen stehen. Auf meine dringende Anfrage erhielt ich so lange keine Antwort, bis der maximale Zeitraum für eine Wiederherstellung (10 Tage!) verstrichen war. Sollte jemand von Euch auf der Suche nach einem guten Hoster sein, dann würde ich Euch raten, zumindest nicht unter www.goneo.de nach einem solchen zu suchen.

 

Die meisten der alten Inhalte habe ich inzwischen wiederhergestellt, vereinzelt fehlen jedoch noch Blogeinträge und teilweise auch Bilder. Ich werde das jedoch Schritt für Schritt so ganz allmählich wieder auffüllen. An erster Stelle stehen jedoch die neueren Projekte - 2013 verspricht ein relativ "blindsimultanintensives" Jahr zu werden. In Kürze hierzu mehr.

Zu Gast auf der Bamberger Neurowoche

Eigentlich kam die Einladung zur Unzeit und fast hätte ich sie ausgeschlagen, denn nur 2 Tage nach meinem Auftritt als Redner und Blindsimultanspieler auf der Bamberger Neurowoche musste ich bereits wieder gen Berlin zum Blindschachspektakel "Schauspiel des Geistes" abreisen - und solcherlei "Hektik" liegt mir überhaupt nicht, auch wenn kampferprobte Geschäftsleute über eine solch bescheidene Stresstoleranz sicherlich nur lachen können. Dass ich letztlich trotzdem angenommen habe, habe ich nicht bereut, denn die Veranstaltung hat mir ausnehmend gut gefallen - sowohl die Organisatoren der Klinik rund um (sorry, aber mangels Speicherplatz für Namen muss ich jetzt im E-Mail-Programm nachsehen) Prof. Dr. med. Rieckmann als auch der traditionsreiche Bamberger Schachklub rund um die Herren Dr. Krauseneck und Christoph Kastner gaben sich bei der Durchführung sehr große Mühe und sorgten durch die Einbettung der Simultanveranstaltung in eine hochinteressante Vortragsrunde für ein reges Publikumsinteresse. Los ging es am Mittwoch, den 20.06.2012 um 18 Uhr mit einem faszinierenden und perfekt vorbereiteten Vortrag von Stephan Schleim (Sie brauchen sich jetzt nicht zu schämen, ich musste ebenfalls grinsen. Aber der Mann ist wirklich gut!) über das menschliche Gehirn und die modernen Legenden in der Hirnforschung. Angesichts solch geballter Kompetenz kam ich mir bei meiner Rede direkt im Anschluss reichlich suboptimal bemittelt vor, denn von den Vorgängen im Gehirn verstehe ich ebensowenig wie davon, wie und warum ich mir so viele Schachpartien merken kann. Stattdessen ergriff ich lieber die Flucht nach vorne und bemühte - sehr zum Entsetzen meiner Gattin übrigens - das Erklärungsmodell meiner Frau, die mir schon mehrfach bescheinigt hatte, dass ich nur deshalb Blindsimultan spielen könne, weil mein Gehirn für den Rest der Zeit auf Sparflamme liefe.

Schachlich oder "blindsimultanlich" war das Event noch aus einem anderen Grund sehr lehrreich für mich: Es hat gezeigt, dass eine Blindsimultanveranstaltung am späten Abend - der erste Zug wurde um kurz nach 20 Uhr ausgeführt - eine heikle Sache werden kann, zumindest für meinen Biorhythmus. Ich hatte einen langen Tag in Tatmehrheit mit einer 2½-stündigen Autofahrt hinter mir und hatte es im Zuge dessen irgendwie versäumt, vor dem Beginn mehr als nur die in meinem Hotelzimmer kostenlos ausliegenden Schokoriegel zu verdrücken. Immerhin hatte ich davon wenigstens eine doppelte Portion, denn der Portier hatte mich zunächst versehentlich in ein bereits bewohntes Zimmer gesteckt; dankenswerter Weise bemerkte er diesen Fauxpas jedoch erst, nachdem ich es von jeglicher kakaohaltigen Biomasse gründlichst befreit hatte. Ich kann nur hoffen, dass der eigentliche Bewohner des Raumes gerade auf Diät war.

Die vorgesetzte Gegnerschaft war für ein Blindsimultan ziemlich kräftig; man setzte mir insgesamt 3 Spieler mit DWZ/ELO 2000 und höher vor, wobei der stärkste Spieler im Feld, Stefan Nürnberger, mit 2174 schon fast in "regulärer Reichweite" war. Schluck. Das versprach eine spannende Sache zu werden.

Dass es am Ende mit 6:2 dennoch ein relativ deutlicher Sieg wurde, war vermutlich zwei Umständen geschuldet: Einerseits hatte ich das Glück, überwiegend vertraute Eröffnungen in mir gut bekannten Varianten aufs Brett zu bekommen, andererseits kamen die zwei Einsteller, die ich mir im Verlauf der Veranstaltung leistete, zu einem denkbar günstigen Zeitpunkt: An Brett 2 stellte ich gegen Tony Stöcklein einzügig einen Sprigner für einen Bauern ein - doch diesen hatte ich bereits mehr gehabt, so dass der hinzugewonne Bauer mein Mehrbauer wurde und ich weiterhin auf Gewinn stand. Nur ein Brett weiter wurde ich an einer Stelle zum Opfer meiner eigenen Statistik: Irgendwann um den 6. Zug herum bemerkte ich im Stillen, dass ich bereits an allen Brettern meinen Königsspringer nach f3 gezogen hatte. Das stimmte auch...fast. An Brett 3 nämlich als einzigem nicht, was mich eine Qualität plus Bauer kostete (s. Partienteil). Ich konnte von Glück reden, dass die Stellung angesichts der schlechten schwarzen Bauernstruktur noch nicht so klar war und ich im weiteren Verlauf meinen Gegner mit einem Scheinangriff so verwirren konnte, dass er das eroberte Material wieder returnierte und in ein verlorenes Endspiel abwickelte.

Eine Partie aus einem Guss gelang mir an Brett 5: In einem Wolga-Gambit schaffte ich es, ohne nenneswerten Widerstand glatt und sauber vom Brett operiert zu werden - Sascha Seiler überspielte mich in einer schnörkellos gespielten Partie nach Strich und Faden und am Ende war ich direkt froh, endlich aufgeben zu dürfen. Immerhin war mir der Verlauf eine Lehre, denn als 4 Tage später in Berlin ein weiteres Wolga-Gambit auf dem Brett stand, wählte ich eine andere und letztlich auch erfolgreichere Variante.

Zu meiner persönlichen Lieblingspartie der Veranstaltung avancierte die Begegnung mit dem stärksten Vertreter der Gastgeber, Stefan Nürnberger. In dieser Partie kann ich mir auch in der Nachbetrachtung keine echten Vorwürfe machen; in einer Pirc-Verteidigung gelang es mir, ein paar Ungenauigkeiten des Nachziehenden auszunutzen und in ein Turmendspiel mit Mehrbauern überzuleiten, das letztlich wohl nicht zu halten war. Vom kreativen Aspekt her war die Begegnung mit Christoph Kastner an Brett 7 sehr interesant. In einem Dxd5-Skandinavier opferte ich auf f7 einen Springer, um am Ende mit Turm + 2 Bauern gegen 2 Springer dazustehen. Rein formal gesehen sollte das eine vielversprechende Abwicklung sein, aber zum einen übersah ich eine klevere Verteidigungsidee, zum anderen fand Christoph sie auch noch, so dass ich am Ende wegen Mangel an Fortschrittsideen eine Zugwiederholung akzeptierte.
Das zweite Remis des Abends ging aus einer hochinteressanten Französisch-Partie hervor, in der mein Gegner Florian Bücker in der Eröffnung vielleicht etwas ungenau spielte, später dann seinen Königsflügel unfreiwillig schwächen musste und schließlich nach einer forcierten Abwicklung in einem schwierigen Turmendspiel zwischenlandete, das er jedoch sehr hartnäckig verteidigte. Am Ende hatte ich die Wahl, entweder die Züge zu wiederholen oder seinen Turm auf meiner zweiten Reihe wildern zu lassen, was auf den ersten Blick gefährlich aussah. Meinem feigen Naturell entsprechend wählte ich natürlich die Variante mit dem Gratisspatz.

Am Ende nach etwa 4½ Stunden Spielzeit stand ein 6:2 für mich zu Buche, womit ich angesichts der starken Gegnerschaft sehr zufrieden bin. Ich möchte mich an dieser Stelle auch nochmals ganz herzlich bei der Bamberger Neuroklinik und dem Schachklub Bamberg für die Einladung und die hervorragende Organisation bedanken. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht.

Endergebnis:

Brett Weiß   Schwarz TWZ Eröffnung Ergebnis
1 M. Lang - Stefan Nürnberger 2174 Pirc 1:0
2 M. Lang - Tony Stöcklein 1392 Holländisch 1:0
3 M. Lang - Manfred Schott ca. 1400 Damengambit 1:0
4 M. Lang - Florian Bücker 1993 Französisch ½:½
5 M. Lang - Sascha Seiler 2054 Wolga-Gambit 0:1
6 M. Lang - Claus Kuhlemann 1808 Katalanisch 1:0
7 M. Lang - Christoph Kastner 1737 Skandinavisch ½:½
8 M. Lang - Grohmann ca. 1200 Damengambit 1:0
Ges. M. Lang - Bamberger Auswahl Ø 1719   6:2


Partien:

-> alle kommentierten Partien als PGN zum Download gibts hier

[pgn height=700]
[Event "Blindsimultan Bamberg (1)"]
[Site "?"]
[Date "20.06.2012"]
[Round "?"]
[White "Lang"]
[Black "Nürnberger"]
[Result "1-0"]
[ECO "B09"]
[BlackElo "2174"]
[Annotator "Lang,Marc"]
[PlyCount "109"]
[SourceDate "20.06.2012"]

1. e4 d6 2. d4 Nf6 3. Nc3 g6 4. f4 Bg7 5. Nf3 O-O 6. Bd3 Nc6 7. e5 dxe5 8. fxe5
Nd5 9. O-O (9. Nxd5 Qxd5 10. c3 {ist die genauere Zugfolge}) 9... Bg4 (9... Nb6
$5) 10. Nxd5 Qxd5 11. c3 f6 (11... Bxe5 {ist einfach genial, wenn auch nicht
ganz klar:} 12. dxe5 Rfd8 13. Qa4 (13. h3 Bxf3 14. Qxf3 Qxf3 15. Rxf3 Nxe5 16.
Be4 Nxf3+ 17. Bxf3 c6 {mit wohl ausgeglichener Stellung}) 13... Bxf3 14. Rxf3
Nxe5 15. Be2 Nxf3+ 16. Bxf3 Qc5+ 17. Kh1 Qf2 $13) 12. Qe2 e6 $6 {Das sieht
irgendwie nicht gut aus, da nun der ganze Felderkomplex und der Bauer e6
schwach werden. Einfach Kh8 war OK für Schwarz, auch wenn ich lieber Weiß hätte
} 13. Bc4 Qd7 14. exf6 Bxf6 15. Bh6 (15. h3 $1 Bxf3 16. Bxe6+ Kg7 17. Rxf3 Rae8
18. Bh6+ $1 Kxh6 19. Rxf6 $1 {war die Kombination, nach der ich vergeblich
gesucht hatte}) 15... Bg7 16. Bxg7 Kxg7 17. Rae1 Rae8 18. Bb5 Qd6 $6 (18... e5
19. dxe5 Qd5 20. Bxc6 Qxc6 21. Kh1 Rf5 {gibt Houdini als OK für Schwarz an.
Naja, vielleicht}) 19. Bxc6 Qxc6 20. Qe5+ Kg8 21. Ng5 Qd5 22. Rxf8+ Rxf8 23.
Nxe6 Qxe5 24. Rxe5 Bxe6 25. Rxe6 Rf7 26. Re3 {Das sollte gewonnen sein, aber
ganz so trivial, wie ich zunächst dachte, ist es nicht} Kg7 27. Rf3 Rd7 28. Kf2
Rd6 29. Ke3 Rb6 30. Rf2 Rd6 31. Kd3 Rd7 32. c4 c6 33. g4 h6 34. h4 Rd6 35. h5
Kg8 36. Rf3 Kg7 37. Rf4 Rd8 38. b4 a6 39. a4 Rd7 40. a5 Rd6 41. d5 {Vielleicht
nicht unbedingt notwendig, aber einen anderen Weg sah ich einstweilen nicht.}
cxd5 42. c5 Rd7 43. Kd4 Rd8 44. hxg6 Kxg6 45. Rf5 Rd7 46. Rxd5 Rf7 (46... Rxd5+
47. Kxd5 Kg5 48. b5 axb5 49. a6) 47. c6 bxc6 48. Rd6+ Kg5 49. Rxc6 Rf4+ 50. Kc5
Rxg4 51. Rxa6 h5 52. Ra8 Re4 53. Rg8+ Kf4 54. a6 Re5+ 55. Kd6 1-0

[Event "Blindsimultan Bamberg (2)"]
[Site "?"]
[Date "20.06.2012"]
[Round "?"]
[White "Lang"]
[Black "Stöcklein, Tony"]
[Result "1-0"]
[ECO "A82"]
[BlackElo "1392"]
[Annotator "Lang,Marc"]
[PlyCount "47"]
[SourceDate "20.06.2012"]

1. d4 f5 2. e4 d6 {Das ist nicht gut, weil das Feld e6 schwach wird} 3. exf5
Bxf5 4. Nf3 Nf6 5. Bd3 {Nun wird das Problem schnell klar: Weiß tauscht den
Wächter von e6 ab und bereitet mit 0-0, Te1 und Sg5 eine Invasion dieses
Feldes vor} e6 6. O-O Be7 7. Re1 O-O 8. Ng5 Qc8 $4 9. Bxf5 exf5 10. Rxe7 Nc6
11. Re1 Qd7 12. d5 Ne7 13. Ne6 Rf7 14. c4 g6 15. Nc3 a6 16. Bg5 Ne8 17. Bxe7
Qxe7 18. Qd4 b6 19. Ne4 $4 fxe4 {Oh...stimmt, da war doch was :-). Gott sei
Dank steht Weiß dennoch klar besser} 20. Rxe4 Nf6 21. Re3 Nd7 $2 22. Nxc7 Qf8
23. Nxa8 Qxa8 24. Rae1 1-0

[Event "Blindsimultan Bamberg (3)"]
[Site "?"]
[Date "20.06.2012"]
[Round "?"]
[White "Lang"]
[Black "Schott, Manfred"]
[Result "1-0"]
[ECO "D50"]
[Annotator "Lang,Marc"]
[PlyCount "61"]
[SourceDate "20.06.2012"]

1. c4 Nf6 2. Nc3 e6 3. d4 d5 4. Bg5 Bb4 5. cxd5 Bxc3+ 6. bxc3 exd5 7. e3 Bf5 $2
8. Qb3 b6 9. Bxf6 gxf6 10. c4 $6 (10. Ne2 {sieht logischer aus. Ich hatte
allerdings meinen Springer in Gedanken schon auf f3 gestellt, wie sich gleich
(schmerzhaft) zeigen wird...}) 10... Be6 11. cxd5 Qxd5 12. Qxd5 Bxd5 13. Be2 $4
Bxg2 {Verflixt...jetzt schaut es böse aus} 14. Bf3 Bxh1 15. Bxh1 c6 16. Rc1 Kd7
17. Ne2 Rc8 {Weiß hat gewisse Strukturkompensation, aber für Qualität UND
Bauer reicht das natürlich nicht} 18. Nf4 Na6 19. Be4 Kd6 20. Bxh7 c5 $6 (20...
Nb4 21. a3 Nd5 $17) 21. Bf5 Rc7 (21... Rh8) 22. dxc5+ Rxc5 23. Rd1+ Ke7 24.
Rd7+ Ke8 25. Nd5 Rxd5 $2 {Schwarz überschätzt das weiße Spiel. Einfach} (25...
Kf8 {war ausreichend}) 26. Rxd5 Rd8 $2 {Der letzte Fehler. Ohne den Turm und
nur mit dem kurzbeinigen Springer lässt sich der weiße h-Bauer nur schwer im
Zaum halten} 27. Rxd8+ Kxd8 28. Kd2 Nc5 29. h4 Ne6 30. Kc3 Ke7 31. Kc4 {
Schwarz gab bereits auf, aber das Endspiel wird sich ohnehin kaum halten lassen
} 1-0

[Event "Blindsimultan Bamberg (4)"]
[Site "?"]
[Date "20.06.2012"]
[Round "?"]
[White "Lang"]
[Black "Bücker, Florian"]
[Result "1/2-1/2"]
[ECO "C10"]
[BlackElo "1993"]
[Annotator "Lang,Marc"]
[PlyCount "82"]
[SourceDate "20.06.2012"]

1. e4 e6 2. d4 d5 3. Nd2 dxe4 4. Nxe4 Nd7 5. Nf3 Ngf6 6. Nxf6+ Nxf6 7. Be3 Bd6
8. Bd3 O-O 9. Qe2 b6 10. O-O-O Bb7 11. Ne5 Qe7 12. Bg5 h6 13. Bh4 g5 14. Bg3
Kg7 15. h4 Rh8 16. Qd2 $6 (16. f4) 16... Ne4 17. Bxe4 Bxe4 18. Rde1 Bf5 $6 (
18... Bd5) 19. hxg5 hxg5 20. Nc6 Bxg3 $1 {Schwarz findet den einzigen Zug} (
20... Qf6 21. Be5 Bxe5 22. dxe5 Qg6 23. Ne7 {gewinnt für Weiß}) 21. Nxe7 Bf4
22. Nxf5+ exf5 23. Qxf4 gxf4 24. Kd2 Kf6 25. Ke2 Kg5 26. Kf3 $2 (26. Rxh8 Rxh8
27. Kf3 Rd8 28. c3 Rd7 29. Re5 {sollte glatt gewinnen}) 26... Rxh1 27. Rxh1 Re8
28. Rd1 Re6 29. Rd3 Rd6 30. d5 Rd7 31. c4 a5 32. b3 Re7 33. d6 cxd6 34. Rxd6
Rb7 (34... Re6 35. Rd7) 35. Rc6 a4 36. b4 Rd7 $1 37. Rxb6 Rd3+ 38. Ke2 Ra3 39.
c5 Rxa2+ 40. Kf3 Ra3+ 41. Ke2 Ra2+ {Zu stark fortgeschrittener Stunde
beschloss ich, lieber eine Zugwiederholung einzugehen. Weiß steht nach 42.Kd3
wohl auf Gewinn, aber mein junger Gegner hatte sich so hervorragend verteidigt,
dass ich die Punkteteilung für akzeptabel hielt.} 1/2-1/2

[Event "Blindsimultan Bamberg (5)"]
[Site "?"]
[Date "20.06.2012"]
[Round "?"]
[White "Lang"]
[Black "Seiler, Sascha"]
[Result "0-1"]
[ECO "A57"]
[BlackElo "2054"]
[Annotator "Lang,Marc"]
[PlyCount "52"]
[SourceDate "20.06.2012"]

1. d4 Nf6 2. c4 c5 3. d5 b5 4. Nf3 {Diese Variante spiele ich nie wieder in
einem Blindsimultan. Viel besser geeignet erscheint mir hier 4.Sd2, wie ich
einige Tage später in Berlin gegen Raphael Lagunow spielte.} g6 5. cxb5 a6 6.
Qc2 axb5 $1 {stark gespielt und der kritische Test des weißen Aufbaus} 7. Qxc5
Na6 8. Qd4 d6 9. e4 Bd7 10. Nc3 b4 11. Bxa6 bxc3 12. Bd3 cxb2 13. Bxb2 Bg7 14.
O-O O-O 15. Qe3 $2 (15. Rfe1 {war viel stärker. Mit dem Textzug wollte ich den
Bauern zurückgeben und eine ausgeglichene Stellung anstreben, aber das ging
gründlich daneben}) 15... Nxd5 16. Qd2 Bxb2 17. Qxb2 Nf4 18. Bc4 Qa5 $1 {
Schwarz spielt sehr druckvoll, während dem Weißen die guten Züge ausgehen. Der
Textzug droht den Damenschwenk auf den Königsflügel, wonach es für Weiß sehr
ungemütlich wird.} 19. Bb3 $6 Bb5 20. Rfd1 (20. Rfb1 {war das kleinere Übel,
aber wie sieht das aus??}) 20... Be2 21. Qd2 {Resignation. Die Stellung war
aber auch wirklich zum Davonlaufen.} Bxd1 22. Qxd1 Qc3 23. g3 Nd3 24. Kg2 Nc5
25. Rb1 Rfc8 26. e5 {Vielleicht nimmt er ja mit der Dame :-)} dxe5 {Mist!} 0-1

[Event "Blindsimultan Bamberg (6)"]
[Site "?"]
[Date "20.06.2012"]
[Round "?"]
[White "Lang"]
[Black "Kuhlemann"]
[Result "1-0"]
[ECO "D02"]
[BlackElo "1808"]
[Annotator "Lang,Marc"]
[PlyCount "65"]
[SourceDate "20.06.2012"]

1. Nf3 d5 2. c4 e6 3. g3 Nf6 4. Bg2 Bd6 5. O-O O-O 6. d4 c5 $6 7. cxd5 Nxd5 8.
dxc5 Bxc5 9. Qc2 Bb6 10. Rd1 Qc7 11. Qxc7 Bxc7 12. Nd4 Rd8 13. Nb5 Bb6 14. N1c3
a6 $2 15. Nxd5 axb5 $2 (15... exd5 16. Nc3 $16) 16. Ne7+ Kf8 17. Rxd8+ Bxd8 18.
Nxc8 Nc6 19. Nd6 Bf6 20. Nxb5 Rd8 21. Nc3 Rd7 22. Bxc6 bxc6 23. Be3 Rb7 24. Ne4
Rxb2 25. Nxf6 gxf6 26. a4 Ke7 27. a5 Rb8 28. a6 Kd7 29. a7 Ra8 30. Rb1 Kc7 31.
Bc5 h6 32. Rb8 Rxb8 33. Bd6+ 1-0

[Event "Blindsimultan Bamberg (7)"]
[Site "?"]
[Date "20.06.2012"]
[Round "?"]
[White "Lang"]
[Black "Kastner"]
[Result "1/2-1/2"]
[ECO "B01"]
[BlackElo "1737"]
[Annotator "Lang,Marc"]
[PlyCount "65"]
[SourceDate "20.06.2012"]

1. e4 d5 2. exd5 Qxd5 3. Nc3 Qa5 4. d4 c6 5. Nf3 Bf5 6. Bc4 Nf6 7. Bd2 Qc7 8.
Qe2 e6 9. O-O-O Nbd7 10. Nh4 Bg6 11. Nxg6 hxg6 12. g3 O-O-O 13. Bg5 Be7 14. h4
Nb6 15. Bb3 Nfd5 16. Ne4 Bxg5+ 17. Nxg5 Rhe8 18. Rhe1 Nf6 19. Qe5 Qe7 20. Nxf7
$5 {Wer könnte bei sowas widerstehen? Andererseits bin ich mir im Nachhinein
nicht sicher, ob die Stellung wirklich so gut für Weiß ist. Die schwarzen
Springer können den Laden ganz gut zusammenhalten} Qxf7 21. Bxe6+ Rxe6 22.
Qxe6+ Qxe6 23. Rxe6 Kd7 24. Rde1 Re8 25. Rxe8 Nxe8 26. Re5 Nd5 {Das hatte ich
bei der Abwicklung übersehen. Schwarz kann den Bauern g6 gerade noch decken}
27. c4 Ne7 28. Kc2 Nf6 29. Kd3 Ng4 30. Re2 Nf5 31. b3 Nf6 {Tja, und jetzt?
Weiß steht gut, keine Frage, aber wie soll es weitergehen? Ich habe keinen Weg
finden können und willigte daher in ein Remis durch Zugwiederholung ein} 32.
Re5 Ng4 33. Re2 1/2-1/2

[Event "Blindsimultan Bamberg (8)"]
[Site "?"]
[Date "20.06.2012"]
[Round "?"]
[White "Lang"]
[Black "Grohmann"]
[Result "1-0"]
[ECO "D07"]
[Annotator "Lang,Marc"]
[PlyCount "52"]
[SourceDate "20.06.2012"]

1. d4 Nf6 2. c4 d5 $6 3. cxd5 Nxd5 4. Nf3 Nc6 5. e4 Nf6 6. d5 Nxe4 $2 7. Be2 {
Am einfachsten. Wegen der Drohung Da4+ gewinnt Weiß eine Figur} Nb4 8. Qa4+ c6
9. dxc6 Nxc6 10. Qxe4 g6 11. O-O Bg7 12. Nc3 O-O 13. Qh4 e5 14. Bg5 f6 15. Be3
Be6 16. Rfd1 Qe7 17. Rac1 Rad8 18. Bc4 Rde8 19. Nd5 Qf7 20. Bc5 Kh8 21. Bxf8
Qxf8 22. Nc7 Bxc4 23. Nxe8 Qxe8 24. Qxc4 h6 25. Qd5 Kh7 26. Qd7 Qxd7 1-0
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Blind gegen den Großmeister

Zunächst einmal möchte ich mich entschuldigen, dass ich so lange schon nichts mehr geschrieben habe, aber es hat den Anschein, als habe mich nach dem Weltrekord "Najdorfs Rache" in Gestalt einer nicht enden wollenden Erkrankung ereilt - nur 2 Tage nach dem Rekordwochenende ging es los und dauert, mit kleinen Unterbrechungen, in denen die kleinen Bazillos wahrscheinlich frische Kräfte tankten und sich von den Antibiotika erholten, bis heute an. Die beliebtesten Symptome, die sch in regelmäßiger Folge einträchtig abwechselten, waren u.a. Bronchitis, Mittelohr- und Mandelentzündung, irgendwelche Lymphknotenschwellereien und schließlich sogar Lungenentzündung. Es scheint, als sei mein Gehirn (vielleicht mangels Masse) zwar gegen die vermeintlichen Folgen eines großen Blindsimultans immun, nicht aber der ganze Rest.

Aber wie auch immer, jedenfalls habe ich gestern erstmalig wieder eine "unsichtbare" Schachfigur angefasst und trat im Rahmen des 3-tägigen Jahreskongresses der Firma Astra Tech im malerischen "Western Hotel" in Lahnstein in einer Blind-Schaupartie gegen niemand geringeren als Großmeister Vlastimil Hort persönlich an. Der Modus war eine Art "uhrlose Schnellpartie"; wir spielten mit dem Rücken zu einer großen Leinwand, auf die das Brett mit der aktuellen Partie geworfen wurde und kommentierten für das größtenteils aus Schachlaien bestehende Publikum in möglichst humoriger und verständlicher Weise unsere Gedanken und Gefühle (in meinem Fall dem Verlauf entsprechend auch Ängste) zu der Partie.

Schon als ich mich bei der Farbauslosung in der Hand irrte und unbeabsichtigterweise die schwarzen Steine "gewann", hatte ich sein sehr mulmiges Gefühl - Vlastimil ist nach wie vor ein sehr starker Blindspieler und zudem rund 200 ELO-Punkte schwerer als ich. Dementsprechend stand ich auch bald mit dem Rücken zur Wand, als sich mein Springer im tschechischen Lager vergaloppierte. Doch zu meinem Glück ließ der Großmeister in Zeitnot mehr als einmal den Gewinn aus, so dass ich am Ende in ein Remisendspiel entwischen konnte:

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