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04/11/2013, 11:32
neuer-weltrekord-im-aeltesten-schachklub-der-weltAm Sonntag, den 03.11.2013 war ich auf Einladung der Schachgesellschaft Zürich, dem mit Abstand ältesten Schachklub der Welt, als Blindsimultanspieler zu...
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01/11/2013, 11:09
Live-Übertragung direkt aus dem Zunfthaus zur Saffran in Zürich. Beginn: 3.11.2013, 14 Uhr
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01/11/2013, 11:07
Zunächst einmal wünsche ich Euch allen einen guten Morgen. Jaja, ich weiß schon, es ist bereits halb 11 und somit streng genommen höchstens noch ein...
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Videos

Hier eine Übersicht der Videos vom Blindsimultan-Weltrekord mit bestem Dank an Frank Hoppe vom Deutschen Schachbund, der von Anfang bis Ende unermüdlich bloggte und filmte.





























Endergebnis

Punkte Marc Lang: 34,5
Punkte Gegner: 11,5
25 Siege - 19 Remis - 2 Niederlagen

Start: 09:45 Uhr - Ende: 06:59
Uhr (21:14 Stunden)
Brett Weiß
  Schwarz
DWZ/
ELO des Gegners
      Uhrzeit Partieende
1 Lang Marc - Dürr Christian 1106 0.5 : 0.5 22:14
2 Lang Marc - Grandel Hans-Peter 1587 0.5 : 0.5 20:18
3 Lang Marc - Schlinke Eckhard 1733 0.5 : 0.5 02:14
4 Lang Marc - Mayer Josef / Walliser Pascal / Frühsorger Maxim Ø 1121 0 : 1 03:23
5 Mehmetaj Selvist - Lang Marc 1200 0 : 1 06:17
6 Lang Marc - Siegert Dietmar 1364 1 : 0 05:45
7 Lang Marc - Wegener Jochen 1661 0.5 : 0.5 05:45
8 Lang Marc - Häußler Thomas 1200 0.5 : 0.5 05:30
9 Lang Marc - Wagner Franz / Honold Michael / Stoklossa Josef Ø 1330 1 : 0 05:31
10 Reinhold Dirk - Lang Marc 1859 0 : 1 16:25
11 Lang Marc - Hörsch Florian 1775 0.5 : 0.5 23:29
12 Lang Marc - Frühsorger Igor 1756 0.5 : 0.5 00:50
13 Lang Marc - Schmidt Jonathan / Kübler Benedikt Ø 994 1 : 0 02:25
14 Lang Marc - Henoch Mark 1600 0.5 : 0.5 05:09
15 Mück Heinz-Peter - Lang Marc 1865 1 : 0 05:09
16 Lang Marc - Bofinger Gerd 1655 0.5 : 0.5 05:10
17 Lang Marc - Wagner Michael / Kapfer Ulrich Ø 1460 0.5 : 0.5 03:04
18 Lang Marc - Hölzle Manfred 1600 1 : 0 03:05
19 Lang Marc - Buck Matthias / Romes Hanna / Baur Thomas Ø 1096 1 : 0 03:06
20 Missione Angelo - Lang Marc 1135 0 : 1 05:13
21 Lang Marc - Hitzler Edgar 1273 0.5 : 0.5 05:14
22 Lang Marc - Diepold Willi / Duda Gerd / Fernandez Thomas Ø 1484 0.5 : 0.5 06:39
23 Lang Marc - Cevik Kubilay / Grömme Ann-Kathrin / Fricke Lewin Ø 1021 1 : 0 01:05
24 Lang Marc - Göktas Ünsal 1218 0.5 : 0.5 06:40
25 Gritsch Gabriel - Lang Marc 2138 0 : 1 17:54
26 Lang Marc - Nolte Holger 1733 1 : 0 22:50
27 Lang Marc - Mudersbach Guido 1488 1 : 0 00:48
28 Lang Marc - Fuchs Sven 1153 1 : 0 07:00
29 Lang Marc - Grömme Ulrich / Romes Paul Ø 1426 1 : 0 06:41
30 Romes Max / Buck Johannes - Lang Marc Ø 1383 0.5 : 0.5 06:21
31 Lang Marc - Lind Stefan 1829 1 : 0 15:55
32 Lang Marc - Krug Arthur 1518 1 : 0 06:50
33 Lang Marc - Buck Ernst 1274 1 : 0 06:25
34 Lang Marc - Schauz Heinz-Jürgen 1400 1 : 0 06:32
35 Lutzei Sven - Lang Marc 1663 0 : 1 15:58
36 Lang Marc - Fink Jürgen 1200 1 : 0 05:57
37 Lang Marc - Ott Günter 1773 0.5 : 0.5 02:44
38 Lang Marc - Jarchov Frank 1329 1 : 0 05:58
39 Lang Marc - Walker Kevin 1507 1 : 0 18:14
40 Lanzinger Florian / Faigle Benjamin - Lang Marc Ø 1100 0.5 : 0.5 02:05
41 Lang Marc - Baumeister Joachim 1200 1 : 0 05:38
42 Lang Marc - Petitto Francesco 1456 1 : 0 05:59
43 Lang Marc - Aldag Benjamin 1793 1 : 0 06:54
44 Lang Marc - Schöffler Georg 1600 0.5 : 0.5 02:11
45 Häußler Nathanael - Lang Marc 1572 0.5 : 0.5 23:12
46 Lang Marc - Hansson Stig 1600 0.5 : 0.5 06:04
        Ø 1461* 34,5 : 11,5 06:59
Schiedsrichter: Yves Mutschelknaus
Schiedsrichter: Thorsten Pfeilsticker


* Der Gegnerschnitt ist etwas vage, weil ein paar der Teilnehmer keine Rating hatten. Die Einteilung erfolgte in diesem Fall anhand deren Selbsteinschätzung bzw. in Relation zu einer Zahl auf einem Schachserver (nach entsprechendem Abzug. Hatte ein Teilnehmer sowohl eine ELO als auch eine DWZ, wurde für die Schnittberechnung die ausnahmslos niedrigere DWZ verwendet, um etwaige Ungenauigkeiten bei der Selbsteinschätzung der Ratinglosen auszugleichen.

Blindfold stalking

Bevor ich anfange, möchte ich zunächst einmal sagen, dass es mich unheimlich nervt, den folgenden Beitrag schreiben zu müssen. Ich habe mit meinen ganzen Blindschachveranstaltungen zu keinem Zeitpunkt je bezweckt, mich damit irgendwie ins Rampenlicht zu stellen; im Gegenteil ist mir zu viel Aufmerksamkeit eher peinlich. Blindsimultan ist für mich immer irgendwas zwischen Spaß und Freakshow gewesen; eine Zirkusveranstaltung, mit der man die für unser Spiel dringend benötigte Medienpräsenz erzeugen und damit das nicht oder nur hobbymäßig Schach spielende Publikum ansprechen und faszinieren kann. Dass ich dabei quasi der "Hauptakteur" bin, ist nebensächlich und nicht immer angenehm - neben dem öffentlichen Druck, der vor dem Event im November auf mir lastet erwartet mich eine enorme konditionelle Belastung. Darüber hinaus lasse ich für die Vorbereitung ein halbes Jahr meine Selbstständigkeit ruhen und bin ein nicht unerhebliches finanzielles Risiko eingegangen. Und nicht zuletzt bürde ich auch meiner Frau in dieser Vorbereitungszeit eine Menge Arbeit auf, denn während ich trainiere, muss sie sich um unsere beiden kleinen Kinder kümmern und das, obwohl sie ebenfalls voll berufstätig ist.
Wie auch immer, ich will das gar nicht zu lange ausbreiten; jedenfalls dachte (und denke) ich, dass so ein großes Event eine wirklich gute Sache ist, an der es im Grunde nichts auszusetzen gibt. Doch da hatte ich die Rechnung ohne einen Wikipedia-User gemacht. Einen waschechten Wikipedanten sozusagen.

Das erste Mal trat dieser User, in der Folge der Einfachheit halber "User A." genannt, unmittelbar nach dem Europarekord 2010 in Erscheinung. Irgend jemand (ich betone: irgend jemand, nicht ich, wie User A. mir ebenfalls immer wieder unterschwellig vorwirft) hatte den Rekord auf Wikipedia in den Artikel Blind-Simultan-Schach eingetragen. Kurz darauf entbrannte auf einer Diskussionsseite, angeregt durch User A., eine intensive und wie ich finde interessante Diskussion darüber, ob es einem Blindsimultanspieler erlaubt sein sollte, bei einer Vorstellung die Ansicht eines leeren Brettes zu haben. Anfangs verlief diese Diskussion noch sachlich und durchaus fruchtbar und der allgemeine Tenor war, dass ein leeres Schachbrett keine unzulässige Hilfestellung sei. Doch damit war User A. nicht zufrieden; er verneinte dies vehement und konstruierte schließlich in abenteuerlicher Weise zusammen, dass ich ohne ein leeres Brett als Hilfe praktisch überhaupt nicht spielen könne:

[...]Dass Herr Lang das leere Brett - anders als alle Rekordspieler vor ihm - nicht nur benutzt, sondern geradezu darauf angewiesen ist, erkennt man aus zwei Abbildungen in diesem Bericht:

http://www.schach-welt.de/blog/blog/medienrummel-um-marc-lang

Auf dem obersten Foto sieht man, dass Lang wie gebannt auf den Bildschirm starrt, und das unterste Foto zeigt die Bildschirmanzeige Marke Eigenbau mit dem leeren Schachbrett und damit den Grund für Langs Starren auf den Bildschirm[...]

Suchbild: Finde das entscheidende HilfsmittelSo weit, so gut. Jetzt fragt Ihr Euch sicherlich, was für ein unerlaubtes Hilfsmittel ich im November 2010 denn "verwendet" habe. Ich will es Euch gerne zeigen (s. Bild links, zum Vergrößern anklicken): Für diejenigen unter Euch, die darauf verzweifelt nach Schachbrettern suchen, kläre ich es gerne auf: Das unerlaubte Hilfsmittel ist das kleine, leere Diagramm auf dem Bildschirm. Es ist ca. 3cm groß und seine Existenz verdankt es einzig und allein meinen Designvorstellungen - der Bildschirminhalt wurde per Beamer auf eine für Spieler und Zuschauer gut sichtbare, große Leinwand geworfen und ich fand es einfach absolut lieblos und unpassend, darauf bloß einen weißen Screen allein mit einem schmucklosen Eingabefeld darzustellen, weshalb ich noch ein paar grafische Elemente drum herum drapierte. Hätte ich gewusst, dass dieses Brettchen ein derartiges Problem darstellen würde, hätte ich es wahrscheinlich weggelassen, aber ich finde nach wie vor, dass das Erbsenzählerei in Perfektion ist.

Marc Lang beim StarrenNachgerade absurd wird es, als User A. darzulegen versucht, dass ich ohne dieses kleine Diagramm praktisch nicht spielen könne, ich zitiere nochmal: "Auf dem obersten Foto sieht man, dass Lang wie gebannt auf den Bildschirm starrt, und das unterste Foto zeigt die Bildschirmanzeige Marke Eigenbau mit dem leeren Schachbrett und damit den Grund für Langs Starren auf den Bildschirm". Also ehrlich: Wenn das, was ich auf diesem Bild (s. links, zum Vergrößern bitte anklicken. Leider habe ich es nicht größer, da es nicht von uns geschossen wurde) mache, "Starren" ist, dann möchte ich ehrlich gesagt lieber nicht dabei fotografiert werden, wenn ich gerade kurz vor dem Einschlafen bin. Denn genau so sieht mein Gesichtsausdruck auf dem Bild nämlich tatsächlich aus und hier zu unterstellen, ich würde auf kleine Schachdiagramme starren, ist wirklich hanebüchen. So wahnsinnig viel Auswahl, wohin ich während des Blindsimultan schauen konnte, hatte ich leider nicht und ich würde mal sagen, der Blick nach vorne ist in einer kraftsparenden Denkerpose noch der natürlichste. Aber wahrscheinlich ist User A. neben Schachgeschichtsforscher auch Blickrichtungsexperte. Das Foto entstand augenscheinlich in der Nacht, d.h. nach mindestens 12 Stunden Spielzeit, das ebenso nur noch so am Rande wie die Bemerkung, dass ich nicht, wie von User A. an anderer Stelle einfach mal so behauptet, mit der Eingabemaske erleichterte Bedingungen gehabt hätte, weil damit die Ausführung eines unmöglichen Zug ausgeschlossen gewesen sei. Tatsächlich hatte ich jedoch, verglichen mit meinen Vorgängern, erschwerte Bedingungen, denn die Züge wurden nicht auf Plausibilität geprüft und nach 3 unmöglichen Zügen in einer Partie hätte ich das Spiel verloren, eine Regel, die vorher noch nie angewendet wurde und sogar bei dem Autor des Referenzwerkes über Blindschach, Eliot Hearst verständnisloses Kopfschütteln verursacht hat. Mit dessen Erlaubnis zitiere ich übrigens aus einer E-Mail an mich, in der er auf die "Diagrammdiskussion" eingeht:

The idea that your tiny chessboard icon can be called helpful is ridiculous



Interessant übrigens, dass User A. mich in dieser Diskussion das erste Mal mit einem nachweislich überführten Betrüger vergleicht, denn er schreibt:

Auch Richard Réti spielte ohne Ansicht eines leeren Brettes blind. In der Wiener Schachzeitung 1924 (Seite 77) schrieb er über den angeblichen Weltrekord von 32 Blindpartien eines Herrn José Juncosa aus Saragossa: „Bereits vor einiger Zeit wurde diese Nachricht insoweit richtiggestellt, dass Herr Juncosa die Partien während des Spieles notierte. Vom eigentlichen Blindlingsspiel, von einer Gedächtniskunst, ist somit keine Rede. Die an Ort und Stelle eingeholten Auskünfte ergaben nun überdies, dass der „Blindlingsspieler“ zur Erleichterung der Vorstellungskraft noch ein leeres Schachbrett vor sich hinstellte, und das Ueberraschendste, dass der vielbesprochene Rekord in Wahrheit nur f ü n f Partien war[...]Richard Réti würde Lang vermutlich als „den deutschen Juncosa“ bezeichnet haben[]"


Ich fasse das mal zusammen: Herr Juncosa hat vorgegeben, 32 Partien blind gespielt zu haben und spielte tatsächlich nur deren fünf mit einem leeren Schachbrett vor sich. Mit anderen Worten: Er hat betrogen. Offensichtlich und im großen Stil. Und da ich ja "ebenfalls mit Hilfe eines Brettes" (ihr könnt Euch gar nicht vorstellen, wie sich mir der Magen umdreht, wenn ich diesen Unsinn auch nur tippen muss) gespielt habe, darf man mich den "deutschen Juncosa" nennen. Ein starkes Stück.

Wie auch immer, um es nochmal unmissverständlich zusammenzufassen und klarzustellen: Ich benötige kein leeres, volles, kleines, großes oder sonstwie geartetes Schachbrett, um Blindsimultan zu spielen. Liegt, steht oder hängt eines vor mir, dann hängt es eben da, aber ich beachte es nicht, weil ich keine Lust habe, mir das Denken zu erschweren, denn im Gegenteil würde es mich sogar stören, wenn ich versuchen müsste, die Bilder in meinem Kopf darauf zu projizieren. Das Schachbrett, wie ich es mir vorstelle, sieht völlig anders aus wie ein reales. Es ist wesentlich abstrakter und besteht eigentlich nur aus ein paar schraffierten Linien. Es hat keine Farben, keine feste Größe und eigentlich nicht einmal eine echte Dimension. Ich habe auch noch nie mit einem leeren Schachbrett vor mir ein Blindsimultan gespielt (halt! Das ist nicht ganz korrekt. Ich erinnere mich, dass ich einmal bei einem kleinen Simultan in Krumbach ein schönes Holzschachbrett vor mir hatte, weil der Fotograf das so wollte und ich es nachher der Einfachheit halber auf dem Tisch liegen ließ, da es sich nicht selbst aufräumte) und werde das auch im November nicht tun, wozu auch. Aber damit Leute wie User A. auch wirklich restlos zufrieden sind, bitte ich schon jetzt die Teilnehmer und Zuschauer ausdrücklich darum, weder karierte Shirts anzuziehen noch einen karierten Blick aufzusetzen. Wer dagegen verstößt, fliegt natürlich sofort raus, das ist klar.

All das habe ich damals mehr oder weniger beiläufig verfolgt, denn die Diskussion fiel in die Zeit nach dem Europarekord und da wurde ich von Arbeit geradezu überflutet, denn in den 3 Monaten Pause, die ich mir zur Vorbereitung gegönnt hatte, war eine Menge aufgelaufen. Ich konnte ja nicht ahnen, dass das nur der Anfang und User A. noch gar nicht richtig warm war... .

Zum nächsten Schlag holte unser Freund aus, als öffentlich bekannt wurde, dass ich mich im November an den Weltrekord Najdorfs wagen und 46 Blindpartien spielen würde. Also setzte er kurzerhand die Latte höher und deklarierte Flesch mit seinen 52 Partien zum wahren Weltrekordhalter, was ihm ganz nebenbei auch ermöglichte, den Passus mit dem Europarekord zu streichen. Dabei schien er sich offensichtlich sehr gut zu fühlen, was man aus seinem Änderungskommentar in der Versionsgeschichte entnehmen kann, der völlig unprovoziert aus dem Nichts kam, denn im Vorfeld hatte es dazu keinerlei Diskussion oder dergleichen gegeben:

Der überwiegende Teil der Sekundärliteratur betrachtet Flesch als aktuellen Weltrekordhalter, auch wenn es den Freunden in Sontheim/Brenz nicht gefällt


Eine perfide Argumentation in einem für eine Enzyklopädie höchst fragwürdigen Ton, doch scheinbar unangreifbar, denn dass die meisten Bücher Flesch als Rekordhalter beschreiben ist ebenso richtig, wie die Behauptung, dass Spinat besonders viel Eisen enthalte, weil mehr als 50% der sich im Umlauf befindlichen Bücher das nach wie vor behaupten. Tatsächlich jedoch wird kein neueres Buch mehr erklären, dass Spinat vor Eisen nur so trieft und spätestens seit den Recherchen von Hearst und Knott in dem bereits erwähnten (und sehr lesenswerten) Buch "Blindfold Chess" ist klar, dass es bei Flesch nicht mit rechten Dingen zuging. Allein schon der Umstand, dass nur 5 der 52 Partien je veröffentlicht wurden, ist ein hinreichendes Kriterium für eine Nicht-Anerkennung; es ist essentiell wichtig, dass Rekorde lückenlos dokumentiert werden müssen. Es gibt noch weitere Ungereimtheiten, die Hearst und Knott zusammengestellt haben; wer Interesse hat, kann diese auf google books nachlesen. All das war User A. nur zu gut bekannt, denn er sollte später noch mehrfach auf dieses Werk verweisen. Immerhin blieb sein "Erfolg" nur vorübergehend; ein paar Wochen später fiel die Behauptung dem gesunden Menschenverstand zum Opfer, als der "Guru" der Schach-Historiker, Edward Winter auf seiner Internetseite Fleschs Rekord ebenfalls als "fraud" bezeichnet.

Danach war wieder für eine Weile Ruhe eingekehrt, aber nachdem Sontheimer Blindschach nach der Blindblitz-Veranstaltung im Juni 2011 wieder in die Schachpresse gelangte, erwachte natürlich auch wieder das Interesse von User A., dies zu torpedieren. In der Zwischenzeit musste sich bei ihm eine ganze Menge Wut auf mich oder uns aufgestaut haben, denn seine Angriffe fanden dabei ihren bisherigen Höhepunkt. Wobei es ihm - angeblich - in der Sache ging ist so absurd, dass ich gar nicht mehr darauf eingehen mag (abgesehen davon schreibe ich jetzt schon über eine Stunde an diesem Bericht und hab einfach keine Lust mehr), schaut es Euch einfach an und macht Euch selbst ein Bild. Vielleicht nur der Hinweis, dass sich Schach seit Koltanowski und Fine einfach weiterentwickelt hat und zum einen kein Mensch mehr 10 Sekunden Ansageblitz spielt (was wirklich schwierig geworden wäre, da wir auf einem Stadtfest spelten) und zum anderen es eine Live-Übertragung ins Internet gab und die lässt sich schwerlich ohne Computer bewerkstelligen. Das ganze ist so lächerlich und konstruiert...echt peinlich. Ich habe mich in der Diskussion auch einmal direkt zu Wort gemeldet und mir den Ton des Users A. verbeten (in der Sache hört er ja ohnehin schon lange nicht mehr zu), aber das schien ihn nur noch mehr anzustacheln, denn kurz darauf erfolgte der endgültige Umschwung von mehr oder weniger offen geäußerter Verachtung zu direkter Beleidigung:

[..]Es bestand für Herrn Lang kein Hindernis, unter denselben Bedingungen wie Koltanowski und Fine anzutreten. Diesen Anstand hat Herr Lang nicht aufgebracht. Trotzdem ruft er sich selbst zum angeblichen neuen Weltrekordinhaber aus, was von einigen nichtsahnenden Zeitgenossen unreflektiert nachgeplappert wird. Herr Lang ist - siehe Definition - ein Scharlatan


Da bleibt einem wirklich die Spucke weg. Dass das zu weit geht und vor allem durch nichts gerechtfertigt ist, bedarf keiner weiteren Erläuterung. Ein Scharlatan ist nichts anderes als ein Betrüger und das ist, neben der Bemerkung, dass ich keinen "Anstand" gehabt hätte, zu exakt denseben Bedingungen wie Kolty zu spielen, auch im juristischen Sinne eine Beleidigung. In Anbetracht der prominenten Position (die Wiki ist sowohl für Journalisten als auch für potenzielle Sponsoren der wichtigste Anlaufpunkt für Recherchen) ziehe ich es daher sehr in Betracht, Strafanzeige gegen Unbekannt wegen Beleidigung und übler Nachrede zu erstatten. Möglich, dass sich das im Sande verläuft, vielleicht aber auch nicht und im Zuge des Verfahrens käme auf alle Fälle die wahre Identität des Users A. zum Vorschein. Etwas, das er eigentlich schon längst selbst hätte tun müssen, denn wenn man etwas so heftig kritisiert, dann sollte man auch den Schneid haben, öffentlich dazu zu stehen.

So, jetzt bin ich endlich durch; der Spaß hat mich jetzt einen halben Nachmittag gekostet. Ich habe mir die Attacken des Users A. lange angesehen, ohne etwas dazu zu sagen, weil ich dachte, dass das von alleine wieder aufhört, weil es wirklich Wichtigeres gibt. Ein altes Forensprichwort sagt ja bekanntlich, dass man Trolle nicht füttern soll, weil sie sonst immer lauter werden, aber nachdem ich nunmehr schon persönlich, öffentlich und in beleidigender Form attackiert werde, musste ich einfach ein paar Dinge klarstellen. Vielleicht lesen Sie, werter A., ja einmal zufällig diesen Blogeintrag. Wenn ja, dann darf ich Sie an dieser Stelle bitten, die Geschichte einmal für einen Moment von meiner Warte aus zu sehen. Glauben Sie mir, ich bin weder ein Selbstdarsteller noch auf der Suche nach Anerkennung und schon gar nicht ein Betrüger. Ich spiele einfach nur sehr gerne seit über 30 Jahren Schach und wenn es dem Spiel dient oder ich Lust dazu habe, dann auch gerne blind. Es interessiert mich natürlich, ob ich in der Lage sein werde, 46 Partien blind zu spielen und wenn es klappt, freue ich mich natürlich auch sehr darüber. Aber letztlich geht es doch darum, dass Schach populärer wird, nicht Marc Lang. Und dabei Lärm zu machen ist nicht Geltungsdrang, sondern eine (notwendige) Ausdrucksform von Werbung. Oder würden Sie behaupten, ein Hersteller eines Waschmittels ist ein eitler Selbstdarsteller, wenn er penetrant Werbung für sich und sein Produkt macht?
Vielleicht denken Sie einmal darüber nach. Ich habe es Ihnen ja auch schon auf der Diskussionseite der Wiki geschrieben und ich wiederhole an dieser Stelle nochmal mein Angebot: Rufen Sie mich doch einfach einmal an und dann klären wir bei einem persönlichen Gespräch, was es eben zu klären gibt. Gerne höre ich mir auch Ihre Vorschläge an, wie wir das Event im November möglichst "widerspruchsfrei" über die Bühne bringen können. Aber wenn Sie es statt dessen vorziehen, einfach nur alles zu torpedieren, was mit mir zu tun hat und sogar vor persönlichen Angriffen und Beleidigungen nicht zurückschrecken, müssen Sie auch damit rechnen, dass ich mich mit den zur Verfügung stehenden rechtlichen Mitteln dagegen wehre. Das Internet ist kein rechtsfreier Raum, in dem man sich ewig verstecken kann.

Nachtrag:
Eine wesentlich vernüftigere und mehr dem Zeitgeist entsprechende Definition von Blindschach liefert m.E. die englische Wikipedia: "Blindfold chess (also known as sans voir) is a form of chess play wherein the players do not see the positions of the pieces or touch them. This forces players to maintain a mental model of the positions of the pieces". Von einem Brett ist hier überhaupt nicht die Rede.

Nachtrag(2):
Nach Durchsicht der Zugriffszahlen der letzten Tage möchte ich meine Meinung ändern und User A. meinen Dank aussprechen, denn die Zugriffszahlen haben sich seit diesem Beitrag mehr als verdoppelt. Ein wirklich geniales Konzept für virales Marketing, Herr A., bitte entschuldigen Sie, dass ich das nicht sogleich durchschaut habe.

Blindblitz auf dem Straßenfest - Ergebnisliste und Partien

Sodele, nachdem ich mich wieder einigermaßen eingesammelt habe, hier nun ein erster Überblick über das tolle Schachevent vom vergangenen Wochenende. Schauen wir mal, was wir haben (Regie: bitte raschelndes Papier einspielen)....da gibt es zum einen einen selbst gebackenen Erlebnisbericht, den ich auch vor ein paar Minuten an den DSB geschickt habe für den zweiten Teil der Serie "Tagebuch eines Blindsimulanten" (hier gibt es den ersten Teil). Den könnte ich natürlich auch hier veröffentlichen, ist ja mein eigener, aber das fände ich irgendwie komisch, weshalb ich damit noch warten möchte, bis er, sagen wir: einen Tag oder so auf der DSB-Seite sozusagen exklusiv gestanden hat [Nachtrag: Hm. Kommt wohl erstmal nicht, daher habe ich ihn hier nun doch veröffentlicht]. Bis dahin habe ich für Euch den kompletten Satz mit allen 60 Partien zum Download (der Link ist auf der Seite ganz unten) oder einfach nur zum Nachspielen auf dem Bildschirm:

Alle Partien vom Sontheimer Blindblitz-Wochenende

Dazu passend gibt es noch die detaillierte Ergebnisliste mit Zwischenstand, Gegnerinfo und Uhrzeiten:

Nr. Beginn Weiß Schwarz DWZ Gegner Ergebnis Zwischenstand
1 12:50 Marc Lang Johannes Buck 956 1:0 1:0
2 13:05 Jonathan Schmidt Marc Lang 1030 ½:½ 1,5:0.5
3 13:20 Marc Lang Matthias Buck 1:0 2,5:0.5
4 13:22 Pascal Walliser Marc Lang 0:1 3,5:0.5
5 13:30 Marc Lang Helmut Buck 1515 1:0 4,5:0.5
6 13:42 Markus Walliser Marc Lang 0:1 5,5:0.5
7 13:58 Marc Lang Francesco Petitto 1485 1:0 6,5:0.5
8 14:07 Bernd Becher Marc Lang 850 0:1 7,5:0.5
9 14:13 Marc Lang Hanna Romes 721 1:0 8,5:0.5
10 14:21 Johannes Lemke Marc Lang 1930 1:0 8,5:1.5
11 14:46 Marc Lang Patric Romes 1400 1:0 9,5:1.5
12 14:59 Dieter Frühsorger Marc Lang 1856 0:1 10,5:1.5
13 15:10 Marc Lang Lewin Fricke 1150 1:0 11,5:1.5
14 15:20 Franz Wagner Marc Lang 1250 0:1 12,5:1.5
15 15:29 Marc Lang Ernst Buck 1262 ½:½ 13:2
16 15:50 Marc Lang Thomas Baur 1770 1:0 14:2
17 16:00 Georg Buck Marc Lang 1550 0:1 15:2
18 16:20 Marc Lang Josef Stocklossa 1550 1:0 16:2
19 16:31 Kubilay Cevik Marc Lang 1100 0:1 17:2
20 16:47 Marc Lang Benedikt Kübler 905 1:0 18:2
21 17:30 Marc Lang Maxim Frühsorger 996 1:0 19:2
22 17:41 Stephan Weiß Marc Lang 1548 0:1 20:2
23 17:54 Marc Lang Johannes Buck 956 1:0 21:2
24 18:02 Frank Jarchov Marc Lang 1330 0:1 22:2
25 18:15 Marc Lang Anton Schmid 1750 1:0 23:2
26 18:30 Nathanael Häußler Marc Lang 1606 0:1 24:2
27 18:44 Marc Lang Ulrich Grömme 1260 1:0 25:2
28 19:00 Kevin Walter Marc Lang 1770 ½:½ 25.5:2.5
29 19:25 Max Romes Marc Lang 1650 ½:½ 26:3
30 19:45 Marc Lang Anton Schmid 1750 1:0 27:3
31 19:50 Sören Pürckhauer Marc Lang 2034 1:0 27:4
32 20:00 Marc Lang Janos Amthor 1:0 28:4
33 20:15 Bernhard Masur Marc Lang 1951 ½:½ 28,5:4.5
34 20:34 Marc Lang Holger Walliser 1885 ½:½ 29:5
35 20:49 Günter Ott Marc Lang 1773 0:1 30:5
36 21:00 Marc Lang Roland Mayer 1749 1:0 31:5
37 21:40 Safet Trepca Marc Lang 1996 ½:½ 31.5:5.5
38 21:46 Marc Lang Andreas Weiß 2170 ½:½ 32:6
39 22:05 Helmut Buck Marc Lang 1515 0:1 33:6
40 22:15 Marc Lang Sören Pürckhauer 2034 0:1 33:7
41 22:25 Marc Lang Patric Romes 1400 1:0 34:7
42 22:40 Anton Schmid Marc Lang 1750 0:1 35:7
43 22:57 Marc Lang Nathanael Häußler 1606 1:0 36:7
44 23:19 Max Romes Marc Lang 1650 0:1 37:7
45 23:35 Marc Lang Hanna Romes 721 1:0 38:7
46 23:42 Ruben Pürckhauer Marc Lang 1386 ½:½ 38.5:7.5
47 00:00 Marc Lang Michael Seitzinger 1150 1:0 39.5:7.5
48 00:13 Holger Walliser Marc Lang 1885 1:0 39.5:8.5
49 00:30 Marc Lang Andreas Kübler 1610 1:0 40.5:8.5
50 00:50 Roland Mayer Marc Lang 1749 0:1 41.5:8.5
51 01:06 Marc Lang Georg Buck 1550 1:0 42.5:8.5
52 01:18 Günter Ott Marc Lang 1773 0:1 43.5:8.5
53 01:39 Marc Lang Nathanael Häußler 1606 1:0 44.5:8.5
54 01:52 Helmut Buck Marc Lang 1515 0:1 45.5:8.5
55 02:03 Marc Lang Fabian Häußler 1:0 46.5:8.5
56 02:09 Holger Walliser Marc Lang 1885 0:1 47.5:8.5
57 02:31 Marc Lang Roland Mayer 1749 ½:½ 48:9
58 02:42 Lars Mack Marc Lang 0:1 49:9
59 02:51 Marc Lang Fabian Häußler 1:0 50:9
60 03:03 Helmut Buck Marc Lang 1515 ½:½ 50.5:9.5
Gesamt 14:13h Durchschnitt 1549 +45 =11 -4 50.5:9.5

Nach dem Aufstehen ist vor dem Weiterschlafen

Kurzes Update für alle die, die gestern nicht bis 3 Uhr nachts die Partien live auf dem Fritzserver verfolgt haben (also vermutlich alle :-)) - nach rund 14 Stunden Spielzeit und 60 teilweise recht "kreativen" Blitzpartien haben wir den Rekord Koltanowskis geknackt. Am Ende hatte ich für mich ziemlich überraschende 50,5 Punkte auf dem Konto (+45 =11 -4) bei einem Gegnerschnitt von ca. 1550 bei 8 DWZ-losen. Möglicherweise hat sich die neue Technik, die mir am Tag vor dem Event in den Sinn kam, ausgezahlt: Das leere Brett, das man auf dem Server als Zugeingabemaske ja leider braucht und das mich im Laufe der Vorbereitung immer so schrecklich gestört hat, habe ich durch maximales "Unscharfstellen" der Augen praktisch ausgeblendet, so dass ich nur noch die hellen und dunklen Felder erkennen konnte. Das kommt dem wirklich sehr vagen Brett, das ich sonst beim Blindsimultan im Kopf immer "aufbaue", noch am nächsten. Auf diese Weise konnte ich mir die Partien so vorstellen, wie ich es gewohnt war, ohne durch das blau-weiße "Diagrammmonster" gestört zu werden. Der Nachteil war, dass ich immer nur grob erahnen konnte, wieviel Zeit ich noch hatte - obwohl ich die Uhr riesig groß gemacht hatte, waren die Ziffern immer noch sehr schwer zu erkennen und ein kurzes Umschalten auf "Scharfsicht" hätte den beim blind Blitzen sehr wichtigen "Fluss" gestört.

Gestört haben mich dagegen gruselige Kopfschmerzen. Bedingt durch meine Wetterfühligkeit hatte ich schon morgens beim Aufstehen das Gefühl, dass sich da was zusammenbraut und in der Tat, pünktlich ab ca. 12 Uhr ging es so richtig los damit und selbst der Einwurf von insgesamt 6 Aspirin (Warnhinweis an Kinder: bitte nicht nachmachen. Schmeckt aber auch furchtbar) brachte rein gar nichts mehr. Erst ab ca. Partie 40 wurde es besser, nachdem Johnny Buck von seiner Frau ein paar Ibupro-Dingenskirchen daherbrachte. Ich werde gleich morgen in die Apotheke gehen und eine Großfamilienpackung davon kaufen.

Wie auch immmmer (das 'm' meiner Tastatur muss gestern was abbekommen haben - es streikt bzw. stottert) - nach ca. 4 Stunden Schlaf gefolgt von einem sehr liebevollen Weckruf durch meinen Sohn ("Ich hab Hunger!") bin ich noch zu platt für einen ausführlichen Bericht und ein paar Streiflichter im Partienpelz. Macht Euch schon mal auf einiges gefasst, denn es wurde natürlich von allen Seiten her kräftig gepatzt. Vielleicht schaffe ich es ja, heute Abend ein bisschen was zu schreiben, aber bis dahin muss ich erst noch ein bisschen weiterschlafen und das erste Kind, das mich zu wecken versucht, erhält eine unverhohlene Adoptionsfreigabedrohung!

Oh Moment, ich Stoffel, fast hätte ich das Wichtigste vergessen: Vielen herzlichen Dank an das Team des SK Sontheim mit allen Helfern und Spielern! Ihr habt das Event wirklich fantastisch geplant und durchgeführt; ich bin wirklich und absolut unbefloskelt stolz darauf, in einem so tollen Verein spielen zu dürfen!

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