Image 1 title

type your text for first image here

Image 1 title

Image 2 title

type your text for second image here

Image 2 title

Image 3 title

type your text for third image here

Image 3 title

Image 4 title

type your text for 4th image here

Image 4 title

Letzte News

04/11/2013, 11:32
neuer-weltrekord-im-aeltesten-schachklub-der-weltAm Sonntag, den 03.11.2013 war ich auf Einladung der Schachgesellschaft Zürich, dem mit Abstand ältesten Schachklub der Welt, als Blindsimultanspieler zu...
47600
01/11/2013, 11:09
Live-Übertragung direkt aus dem Zunfthaus zur Saffran in Zürich. Beginn: 3.11.2013, 14 Uhr
40100
01/11/2013, 11:07
Zunächst einmal wünsche ich Euch allen einen guten Morgen. Jaja, ich weiß schon, es ist bereits halb 11 und somit streng genommen höchstens noch ein...
35730

Geschichte des Blindsimultans


Die Geschichte des Blindsimultan-SchachsAlten Quellen zufolge soll Blindsimultan bereits im 13. Jahrhundert in Florenz gespielt worden sein, doch erst aus dem 18. Jahrhundert ist zuverlässig belegt, dass ein Spieler gegen mehr als 2 Gegner antrat: François-Andre Philidor, ein berühmter französischer Meisterspieler und Komponist, besiegte 3 Gegner gleichzeitig blind, was damals für erhebliches Aufsehen sorgte.

Im 19.Jahrhundert gelang es zunächst dem genialen Amerikaner Paul Morphy und später dem Polen Johannes Zukertort, der später im Finale der 1. Weltmeisterschaft dem Österreicher Wilhelm Steinitz unterlag, mit 16 Gegnern eine erste, hohe Rekordmarke zu setzen.

Das frühe 20. Jahrhundert sollte dann das "Goldene Zeitalter" des Blindsimultans werden - fast im Jahresrhythmus jagten sich absolute Weltklassespieler, darunter auch mehrere Weltmeisterschaftskandidaten die Rekorde gegenseitig ab. Im Jahr 1933 beteiligte sich sogar der damalige Weltmeister, der Russe Alexander Aljechin, an der Rekordjagd und stellte mit 33 Gegnern eine außergewöhnliche Höchstleistung auf, die erst 4 Jahre später von dem amerikanischen Gedächtniskünstler und Schachgroßmeister George Koltanowski auf 34 erhöht werden konnte.

 


Miguel Najdorf (1910-1997)

Den aktuellen Weltrekord von 45 Gegnern stellte schließlich der nach Argentinien ausgewanderte Pole Miguel Najdorfim Jahre 1947 in Sao Paolo (Brasilien) auf. Nachdem er bereits 1943 erfolgreich gegen 40 Gegner bestehen konnte, setzte er mit der zweiten Veranstaltung eine Rekordmarke, die so unerreichbar scheint, dass es bis dato noch niemand geschafft hat, sie zu überbieten. Najdorfs Rekordversuche wurden vollständig dokumentiert (alle Partien sind erhaten geblieben) und von einem renommierten Schiedsrichter bezeugt, so dass man davon ausgehen kann, dass sie auf reguläre Weise erzielt wurden. Zwar gab es vereinzelt Stimmen, die behaupteten, Najdorf hätte während der Veranstaltungen Zugriff auf die Partienotationen gehabt, doch jüngste Forschungsergebnisse der Amerikaner Hearst und Knott, die u.a. auch mit Zeitzeugen gesprochen haben, konnten diese Gerüchte nicht belegen.

 

 


Einige Quellen nennen den Ungarn János Flesch als Weltrekordhalter. Er soll 1960 in Budapest gegen 52 und 1970 sogar gegen 60 Gegner blind simultan gespielt haben. Gleichwohl sind beide Rekorde mehr als fragwürdig. Zum einen sind von beiden Veranstaltungen zusammen nur insgesamt 5 der 112 Partien erhalten - Flesch hatte stets angekündigt, alle zu veröffentlichen, kam dem aber nie nach -, zum anderen haben Augenzeugen berichtet, dass viele von Fleschs Gegnern die Veranstaltung schon nach kurzer Zeit wieder verließen und diese Partien Flesch dann als Siege angerechnet wurden. Ein Zeitgenosse Fleschs, der ungarische Weltklasse-Großmeister Gideon Barcza, bezeichnete Fleschs Rekorde öffentlich als "fraud" (Betrug) und sowohl der bekannte Schach-Historiker Edward Winter als auch die Autoren des jüngsten Standardwerkes über Blindsimultan, die Amerikaner Eliot Hearst und John Knott, stimmen mit ihm überein. Meine persönliche Meinung hierzu ist, dass es ein Grundprinzip einer Rekordleistung sein MUSS, diese ausführlich zu dokumentieren - und dazu gehören im Schach nun einmal die Mitschriften aller Partien. Das war Flesch natürlich auch klar. Wenn er nun aber auf deren Veröffentlichung verzichtet hat, dann ist das entweder eine kaum nachvollziehbare Nachlässigkeit oder eben ein starkes Indiz dafür, dass etwas nicht gestimmt hat.

Im ausgehenden 20. Jahrhundert versuchten sich weitere Weltklassespieler an dieser Disziplin, darunter der wohl beste Schachspieler aller Zeiten, der Russe Garri Kasparow, der 1985 in Hamburg gegen 10 Spieler antrat, oder der deutsche Weltmeisterschaftskandidat Robert Hübner, dem es 1997 und 1999 zwei Mal gelang, eine komplette Mannschaft der 2. Bundesliga (8 Bretter) zu besiegen.