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04/11/2013, 11:32
neuer-weltrekord-im-aeltesten-schachklub-der-weltAm Sonntag, den 03.11.2013 war ich auf Einladung der Schachgesellschaft Zürich, dem mit Abstand ältesten Schachklub der Welt, als Blindsimultanspieler zu...
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01/11/2013, 11:09
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01/11/2013, 11:07
Zunächst einmal wünsche ich Euch allen einen guten Morgen. Jaja, ich weiß schon, es ist bereits halb 11 und somit streng genommen höchstens noch ein...
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Zu Gast auf der Bamberger Neurowoche

Eigentlich kam die Einladung zur Unzeit und fast hätte ich sie ausgeschlagen, denn nur 2 Tage nach meinem Auftritt als Redner und Blindsimultanspieler auf der Bamberger Neurowoche musste ich bereits wieder gen Berlin zum Blindschachspektakel "Schauspiel des Geistes" abreisen - und solcherlei "Hektik" liegt mir überhaupt nicht, auch wenn kampferprobte Geschäftsleute über eine solch bescheidene Stresstoleranz sicherlich nur lachen können. Dass ich letztlich trotzdem angenommen habe, habe ich nicht bereut, denn die Veranstaltung hat mir ausnehmend gut gefallen - sowohl die Organisatoren der Klinik rund um (sorry, aber mangels Speicherplatz für Namen muss ich jetzt im E-Mail-Programm nachsehen) Prof. Dr. med. Rieckmann als auch der traditionsreiche Bamberger Schachklub rund um die Herren Dr. Krauseneck und Christoph Kastner gaben sich bei der Durchführung sehr große Mühe und sorgten durch die Einbettung der Simultanveranstaltung in eine hochinteressante Vortragsrunde für ein reges Publikumsinteresse. Los ging es am Mittwoch, den 20.06.2012 um 18 Uhr mit einem faszinierenden und perfekt vorbereiteten Vortrag von Stephan Schleim (Sie brauchen sich jetzt nicht zu schämen, ich musste ebenfalls grinsen. Aber der Mann ist wirklich gut!) über das menschliche Gehirn und die modernen Legenden in der Hirnforschung. Angesichts solch geballter Kompetenz kam ich mir bei meiner Rede direkt im Anschluss reichlich suboptimal bemittelt vor, denn von den Vorgängen im Gehirn verstehe ich ebensowenig wie davon, wie und warum ich mir so viele Schachpartien merken kann. Stattdessen ergriff ich lieber die Flucht nach vorne und bemühte - sehr zum Entsetzen meiner Gattin übrigens - das Erklärungsmodell meiner Frau, die mir schon mehrfach bescheinigt hatte, dass ich nur deshalb Blindsimultan spielen könne, weil mein Gehirn für den Rest der Zeit auf Sparflamme liefe.

Schachlich oder "blindsimultanlich" war das Event noch aus einem anderen Grund sehr lehrreich für mich: Es hat gezeigt, dass eine Blindsimultanveranstaltung am späten Abend - der erste Zug wurde um kurz nach 20 Uhr ausgeführt - eine heikle Sache werden kann, zumindest für meinen Biorhythmus. Ich hatte einen langen Tag in Tatmehrheit mit einer 2½-stündigen Autofahrt hinter mir und hatte es im Zuge dessen irgendwie versäumt, vor dem Beginn mehr als nur die in meinem Hotelzimmer kostenlos ausliegenden Schokoriegel zu verdrücken. Immerhin hatte ich davon wenigstens eine doppelte Portion, denn der Portier hatte mich zunächst versehentlich in ein bereits bewohntes Zimmer gesteckt; dankenswerter Weise bemerkte er diesen Fauxpas jedoch erst, nachdem ich es von jeglicher kakaohaltigen Biomasse gründlichst befreit hatte. Ich kann nur hoffen, dass der eigentliche Bewohner des Raumes gerade auf Diät war.

Die vorgesetzte Gegnerschaft war für ein Blindsimultan ziemlich kräftig; man setzte mir insgesamt 3 Spieler mit DWZ/ELO 2000 und höher vor, wobei der stärkste Spieler im Feld, Stefan Nürnberger, mit 2174 schon fast in "regulärer Reichweite" war. Schluck. Das versprach eine spannende Sache zu werden.

Dass es am Ende mit 6:2 dennoch ein relativ deutlicher Sieg wurde, war vermutlich zwei Umständen geschuldet: Einerseits hatte ich das Glück, überwiegend vertraute Eröffnungen in mir gut bekannten Varianten aufs Brett zu bekommen, andererseits kamen die zwei Einsteller, die ich mir im Verlauf der Veranstaltung leistete, zu einem denkbar günstigen Zeitpunkt: An Brett 2 stellte ich gegen Tony Stöcklein einzügig einen Sprigner für einen Bauern ein - doch diesen hatte ich bereits mehr gehabt, so dass der hinzugewonne Bauer mein Mehrbauer wurde und ich weiterhin auf Gewinn stand. Nur ein Brett weiter wurde ich an einer Stelle zum Opfer meiner eigenen Statistik: Irgendwann um den 6. Zug herum bemerkte ich im Stillen, dass ich bereits an allen Brettern meinen Königsspringer nach f3 gezogen hatte. Das stimmte auch...fast. An Brett 3 nämlich als einzigem nicht, was mich eine Qualität plus Bauer kostete (s. Partienteil). Ich konnte von Glück reden, dass die Stellung angesichts der schlechten schwarzen Bauernstruktur noch nicht so klar war und ich im weiteren Verlauf meinen Gegner mit einem Scheinangriff so verwirren konnte, dass er das eroberte Material wieder returnierte und in ein verlorenes Endspiel abwickelte.

Eine Partie aus einem Guss gelang mir an Brett 5: In einem Wolga-Gambit schaffte ich es, ohne nenneswerten Widerstand glatt und sauber vom Brett operiert zu werden - Sascha Seiler überspielte mich in einer schnörkellos gespielten Partie nach Strich und Faden und am Ende war ich direkt froh, endlich aufgeben zu dürfen. Immerhin war mir der Verlauf eine Lehre, denn als 4 Tage später in Berlin ein weiteres Wolga-Gambit auf dem Brett stand, wählte ich eine andere und letztlich auch erfolgreichere Variante.

Zu meiner persönlichen Lieblingspartie der Veranstaltung avancierte die Begegnung mit dem stärksten Vertreter der Gastgeber, Stefan Nürnberger. In dieser Partie kann ich mir auch in der Nachbetrachtung keine echten Vorwürfe machen; in einer Pirc-Verteidigung gelang es mir, ein paar Ungenauigkeiten des Nachziehenden auszunutzen und in ein Turmendspiel mit Mehrbauern überzuleiten, das letztlich wohl nicht zu halten war. Vom kreativen Aspekt her war die Begegnung mit Christoph Kastner an Brett 7 sehr interesant. In einem Dxd5-Skandinavier opferte ich auf f7 einen Springer, um am Ende mit Turm + 2 Bauern gegen 2 Springer dazustehen. Rein formal gesehen sollte das eine vielversprechende Abwicklung sein, aber zum einen übersah ich eine klevere Verteidigungsidee, zum anderen fand Christoph sie auch noch, so dass ich am Ende wegen Mangel an Fortschrittsideen eine Zugwiederholung akzeptierte.
Das zweite Remis des Abends ging aus einer hochinteressanten Französisch-Partie hervor, in der mein Gegner Florian Bücker in der Eröffnung vielleicht etwas ungenau spielte, später dann seinen Königsflügel unfreiwillig schwächen musste und schließlich nach einer forcierten Abwicklung in einem schwierigen Turmendspiel zwischenlandete, das er jedoch sehr hartnäckig verteidigte. Am Ende hatte ich die Wahl, entweder die Züge zu wiederholen oder seinen Turm auf meiner zweiten Reihe wildern zu lassen, was auf den ersten Blick gefährlich aussah. Meinem feigen Naturell entsprechend wählte ich natürlich die Variante mit dem Gratisspatz.

Am Ende nach etwa 4½ Stunden Spielzeit stand ein 6:2 für mich zu Buche, womit ich angesichts der starken Gegnerschaft sehr zufrieden bin. Ich möchte mich an dieser Stelle auch nochmals ganz herzlich bei der Bamberger Neuroklinik und dem Schachklub Bamberg für die Einladung und die hervorragende Organisation bedanken. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht.

Endergebnis:

Brett Weiß   Schwarz TWZ Eröffnung Ergebnis
1 M. Lang - Stefan Nürnberger 2174 Pirc 1:0
2 M. Lang - Tony Stöcklein 1392 Holländisch 1:0
3 M. Lang - Manfred Schott ca. 1400 Damengambit 1:0
4 M. Lang - Florian Bücker 1993 Französisch ½:½
5 M. Lang - Sascha Seiler 2054 Wolga-Gambit 0:1
6 M. Lang - Claus Kuhlemann 1808 Katalanisch 1:0
7 M. Lang - Christoph Kastner 1737 Skandinavisch ½:½
8 M. Lang - Grohmann ca. 1200 Damengambit 1:0
Ges. M. Lang - Bamberger Auswahl Ø 1719   6:2


Partien:

-> alle kommentierten Partien als PGN zum Download gibts hier